Politik : Seehofer peilt 60 Prozent bei Landtagswahl 2008 an

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München - Der für den CSU-Vorsitz kandidierende Bundesagrarminister Horst Seehofer will für seine Partei bei der bayerischen Landtagswahl 2008 ein 60- Prozent-Ergebnis erzielen. Dies peile er gemeinsam mit Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) an, der Edmund Stoiber als Ministerpräsident folgen soll. „Ich glaube, dass wir beide uns dem Wahlergebnis von 2003 nähern können“, sagte Seehofer der „Welt am Sonntag“.

Unterdessen wurde die bayerische FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser- Schnarrenberger beim Landesparteitag in Memmingen mit großer Mehrheit für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Sie kam bei der Abstimmung am Wochenende ohne Gegenkandidaten auf 87,9 Prozent und konnte ihr Ergebnis von vor zwei Jahren (79,3 Prozent) deutlich verbessern. Leutheusser-Schnarrenberger soll die FDP nun gemeinsam mit dem neu gewählten Generalsekretär Martin Zeil zurück in den Münchner Landtag führen. Die frühere Bundesjustizministerin führt die bayerische FDP seit dem Jahr 2000. Sie warnte ihre Parteifreunde davor, durch das gute Bundestagsergebnis von 2005 das Überspringen der Fünf- Prozent-Hürde in Bayern als „Selbstläufer“ anzusehen. In Umfragen liegt die FDP im Freistaat derzeit klar über fünf Prozent. Leutheusser-Schnarrenberger warf der regierenden CSU vor, sich in einer „tiefen Krise“ zu befinden. Die Vorgänge um den angekündigten Rückzug von Edmund Stoiber vom Parteivorsitz und als Ministerpräsident hätten zur Politikverdrossenheit unter den Bürgern beigetragen.

Seehofer bezeichnete es als Fehler, dass die Partei Stoiber zum Rückzug von seinen Ämtern als Ministerpräsident und CSU-Chef gedrängt hat. „Aber es ist passiert, und jetzt müssen wir die überragende Kompetenz von Edmund Stoiber nutzen“, sagte Seehofer. Sollte er das parteiinterne Duell gegen Huber gewinnen, wolle er Stoiber einbinden. „Wir werden ihn noch sehr brauchen“, sagte Seehofer. Stoiber sei nicht nur für Wählergruppen wie die nationalkonservativen Wähler eine wichtige Identifikationsfigur.

Seehofer äußerte Verständnis dafür, dass Berichte über sein Privatleben mit Eheproblemen daheim in Ingolstadt und einer Geliebten in Berlin in der Partei für Diskussionen sorgten. dpa

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