Politik : Seehofer zieht Fisch in Krefeld den Kalauern in Passau vor

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Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hat seine Teilnahme am Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau kurzfristig abgesagt. Stattdessen werde der Parteivize am Mittwochabend bei einem Fischessen in Krefeld dabeisein und dort auch das Wort ergreifen, sagte eine Sprecherin Seehofers dem Tagesspiegel. Die Absage sei mit CSU-Chef Edmund Stoiber und Seehofers Konkurrenten um den Parteivorsitz, Erwin Huber, abgesprochen. Gründe seien ihr nicht bekannt, sagte die Sprecherin.

Sie könnten darin zu finden sein, dass Seehofer in Passau zum bloßen Zuhören verdonnert gewesen wäre. Konkurrent Huber hingegen hat als niederbayerischer Bezirksvorsitzender das Recht zum Grußwort – und damit zur Selbstdarstellung vor den bis zu 8000 Teilnehmern. Der Parteispitze dürfte das Fehlen Seehofers nicht unrecht sein. Schließlich garantiert es nicht nur einen störungsfreien Ablauf, sondern auch verstärkte Aufmerksamkeit für Stoibers letzten großen Aschermittwochsauftritt, den der Kandidatenstreit sonst womöglich überschattet hätte. Stoiber wolle seine CSU auf ihre konservativen Werte einschwören und ihr sein Vermächtnis hinterlassen, hieß es am Dienstag. CSU-Generalsekretär Markus Söder kündigte ein „Stoiber-Festival“ an.

Unterdessen forderte die Fürther Landrätin Gabriele Pauli die CSU auf, die Debatte über Seehofers Privatleben zu beenden. „Es wäre ein Zeichen von Reife, wenn die CSU beim Parteitag sagen würde, uns geht das Privatleben nichts an“, sagte sie der „Welt“. Zugleich verwies die Stoiber-Kritikerin auf eine weit verbreitete Doppelmoral. Viele, die jetzt über Seehofers außereheliche Beziehung moralisierten, hätten selbst ähnliche Probleme, sagte die CSU-Politikerin. raw

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