Politik : Sehen so deutsche Spione in Kolumbien aus?

Tobias Käufer
Brüder auf Reisen.
Brüder auf Reisen.Foto: REUTERS

Bogota - Das Nachrichtenmagazin „Semana“ hat Fotos und ein Video von den beiden deutschen Geiseln veröffentlicht, die sich seit gut zwei Wochen in der Gewalt der linksgerichteten Guerilla-Organisation ELN befinden. „Sehen so Spione aus?“, fragen TV-Reporter des kolumbianischen Morgenmagazins ihre Zuschauer und liefern die Antwort gleich mit. Die Bilder, die offenbar schon ein paar Wochen alt sind, liefern eindeutige Indizien dafür, dass sich das Rentnerbrüderpaar auf einer Weltreise befand und keineswegs als Geheimagenten in der Region unterwegs war, wie die ELN behauptet.

Wie viele Touristen auch wollten die 69 und 73 Jahre alten Deutschen Südamerika auf eigene Faust erkunden. Dazu hatten sich Günter und Uwe Brauer einen grünen Jeep gemietet, der speziell für solche Reisen ausgerüstet ist. Ihr Weg führte sie abseits der traditionellen Reiseroute, der weltbekannten Panamericana, in die Unruheprovinz Arauca. Hier toben heftige Kämpfe zwischen Guerillagruppen, Paramilitärs und der Armee. Immer wieder kommt es zu Entführungen von Ölarbeitern oder Anschlägen auf Pipelines, die bisweilen verheerende Umweltschäden anrichten. Deswegen raten Kolumbianer vom Besuch dieser Region dringend ab.

In der deutschen Botschaft in Bogota laufen in diesen Tagen die Drähte heiß. Die dort tätigen Diplomaten sind angesichts der in Kolumbien historischen Entführungspraxis von Guerillagruppen und Paramilitärs im Umgang mit solchen Krisensituationen erfahren. Schon öfter gerieten deutsche Staatsbürger in Kolumbien in der Vergangenheit in die Fänge der Guerillagruppen. Tobias Käufer

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