Seitenwechsel : Merkel-Vertraute Müller wird Energie-Lobbyistin

Steigende Energiepreise sind Verbrauchern nicht unbedingt leicht zu vermitteln. Vor allem dann nicht, wenn die Großen der Branche wie Eon oder RWE wiederholt Rekordgewinne einfahren. Nun holen sich die Energieversorger Verstärkung aus dem Kanzleramt.

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Aus dem Kanzleramt in den Lobbyismus: Hildegard Müller. -Foto: ddp

BerlinDie Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Hildegard Müller (CDU), wechselt in die Wirtschaft. Die 41-Jährige wird Hauptgeschäftsführerin beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das teilte der Verband, dem unter anderem die vier großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW angehören, am Freitag in Berlin mit.

Die Diplom-Kauffrau wird die neu geschaffene Position beim Branchenverband im Oktober übernehmen. Die enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war bisher im Kanzleramt unter anderem für die Koordination zwischen Bund und Ländern zuständig. Ihr Amt als Staatsministerin sowie ihr Abgeordnetenmandat legt Müller mit Übernahme der neuen Aufgabe beim BDEW nieder.

Besonderer Dank an Kanzlerin Merkel

"Ich habe mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, diese Berufung anzunehmen und diese Funktion zum 1. Oktober 2008 zu übernehmen", sagte Müller. Sie kündigte auch an, dass sie sich auf dem nächsten Bundesparteitag der CDU im Dezember nicht erneut zur Wahl für das Präsidium der Partei stellen werde.

Für die "gute Zusammenarbeit" innerhalb der Bundesregierung bedankte sich Müller ausdrücklich. "Dabei gilt mein besonderer Dank Angela Merkel für das Vertrauen, das sie mir bei der Übertragung des Amtes als Staatsministerin entgegen gebracht hat." Sie freue sich auf ihre neue Aufgabe. In der CDU gibt es bereits Spekulationen über eine mögliche Nachfolge Müllers. Als aussichtsreicher Kandidat gilt nach Medienberichten der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert Röttgen (CDU).

Suche war schwierig

Die Energie- und Wasserwirtschaft-Unternehmen stehen seit Monaten am Pranger: Einerseits steigen die Energiepreise stetig, andererseits fahren viele Unternehmen Rekordgewinne ein. Der BDEW suchte Zeitungsberichten zufolge eine Person, die die Belange der Branche in der Öffentlichkeit glaubhaft vermitteln kann und zugleich der Politik als Ansprechpartner dient. Die Suche habe sich als schwierig erwiesen.

Der BDEW vertritt nach eigenen Angaben rund 1800 Unternehmen. Das Spektrum der Mitglieder reicht demnach von lokalen bis hin zu überregionalen Anbietern. Der BDEW wurde im Herbst 2007 durch die Fusion von fünf Einzelorganisationen gegründet. (sf/AFP/ddp)

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