Politik : Selbst Rumsfeld findet ihn sympathisch

Der niederländische Außenminister soll Nato-Generalsekretär werden

Mariele Schulze Berndt[Brüssel]

Der 55-jährige niederländische Außenminister Jaap de Hoop Scheffer wird mit großer Wahrscheinlichkeit neuer Nato-Generalsekretär. Die Nato-Botschafter in Brüssel werden sich dem Vernehmen nach am Dienstag zunächst informell auf ihn als Kandidaten verständigen. Nato-Generalsekretär Lord George Robertson, der bis Dezember amtiert, gab am vergangenen Montag bei seinem Abschiedsbesuch in Den Haag einen direkten Hinweis: Hoop Scheffer sei ein geeigneter Kandidat für das Amt, aber offiziell sei er ja noch gar nicht Kandidat, sagte er.

Schon seit dem Frühjahr sucht die Nato unter erheblichen Schwierigkeiten nach dem Spitzenkandidaten für die Robertson-Nachfolge. Im Gespräch waren neben EU-Kommissar Antonio Vitorino der italienische Verteidigungsminister Antonio Martino, der frühere dänische Regierungschef Per Rasmussen, die norwegische Verteidigungsministerin Kristin Krohn-Devoldt, der kanadische Finanzminister John Maley und andere. Keiner von ihnen erwies sich schließlich als bereit oder mehrheitsfähig. Die Suche nach einer Person für die Spitzenposition der Allianz gestaltete sich auch deshalb so schwierig, weil das Bündnis sich im Umbruch befindet und die Erwartungen an den neuen Generalsekretär, der die Allianz nach außen vertritt, höchst unterschiedlich sind.

Vor einer Woche war de Hoop Scheffer gemeinsam mit seinem Ministerpräsidenten Jan Pieter Balkenende mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush zusammengetroffen. Unbeachtet von der Öffentlichkeit hatte auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld de Hoop Scheffer ins Gebet genommen. Der Konservative im Pentagon habe Gefallen an dem 20 Jahre jüngeren Juristen und Karrierediplomaten aus Amsterdam gefunden, heißt es.

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