Selbstmordanschlag : Attentäter tötet irakischen Gouverneur

Bei einem Selbstmordattentat sind in der irakischen Provinz Dijala mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind auch der Gouverneur sowie der Polizeichef des Gebiets.

BagdadEin Selbstmordattentäter hat in einer Moschee in der irakischen Stadt Bakuba mindestens 20 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter auch die Chefs der Verwaltung und der Polizei der Provinz Dijala. Nach Angaben der Polizei wurden 35 weitere Menschen verletzt, als der Attentäter in dem schiitischen Gotteshaus im Zentrum der 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt seinen Sprengstoffgürtel zündete. Augenzeugen erklärten, dem Mann sei es trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen gelungen, in die Moschee vorzudringen, in der sich alle hochrangigen Funktionäre der Stadt sowie mehrere Stammesführer zum Gebet versammelt hatten.

Unter den Toten sind laut Polizei unter anderem der Gouverneur von Dijala, Ala Dschawad, sowie der örtliche Polizeichef und der Vorsitzende des "Rettungskomitees" der Provinz. Das Gremium kämpft gemeinsam mit den irakischen Sicherheitskräften gegen sunnitische Terroristen der Al Qaida.

Sicherheitslage in Dijala immer schlechter

Obwohl sich der Anschlag in einer schiitischen Moschee ereignete, waren auch einige Sunniten unter den Opfern. Nach Angaben der Polizei hatten sich Funktionäre und Stammesführer beider Glaubensrichtungen zu einem gemeinsamen Gebet zum Sonnenuntergang versammelt. In der islamischen Welt begehen die Menschen zur Zeit den Fastenmonat Ramadan, in dem die Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang auf Speisen und Getränke verzichten sollen. Einladungen zum Mahl des Fastenbrechens ("Iftar") sind oft wichtige gesellschaftliche Anlässe.

Die Provinz Dijala hat sich in den vergangenen sechs Monaten zu einem der gefährlichsten Gebiete des Iraks entwickelt. Dies liegt nach Einschätzung der Sicherheitskräfte auch daran, dass sich Al-Qaida-Terrorzellen, die aus der westlichen Anbar-Provinz und aus Bagdad vertrieben worden waren, dort eingenistet haben. (mit dpa)

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