Politik : Selbstmordanschlag auf Bundeswehr in Afghanistan

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Kabul - Auf die Bundeswehr in Nordafghanistan ist am Dienstag erstmals ein Selbstmordanschlag verübt worden. Bei dem Attentat in der Stadt Kundus seien keine Soldaten verletzt oder getötet worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Neben dem Attentäter kamen zwei Zivilisten ums Leben, acht wurden verletzt. Unter den Verletzten seien vier Kinder, meldete die Nachrichtenagentur Pajhwok. Der Bundeswehrsprecher sagte, die Soldaten seien in einem gepanzerten Fahrzeug vom Typ Dingo unterwegs gewesen und „mit dem Schrecken davongekommen“.

Die Provinzregierung machte für die Tat „Feinde Afghanistans“ verantwortlich, eine Umschreibung afghanischer Regierungsstellen für Rebellen wie die radikalislamischen Taliban. Die Taliban haben in den vergangenen Monaten vermehrt Selbstmordanschläge verübt. Die Bundeswehr hatte am 1. Juni das Regionalkommando über die internationale Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan übernommen. Beim Isaf-Einsatz der Bundeswehr wurden bisher 18 deutsche Soldaten getötet. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Bei jüngsten Gefechten in Afghanistan kamen zwei britische Soldaten und mindestens 32 Kämpfer der Taliban ums Leben.

US-Außenministerin Condoleezza Rice traf am Dienstag zu Gesprächen mit der Regierung über den Anti-Terror-Kampf in Pakistan ein. Rice wollte in Islamabad mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf zusammenkommen. Das Verhältnis zwischen Pakistan und Afghanistan ist gespannt, da sich beide Seiten gegenseitig vorwerfen, den Kampf gegen den Terrorismus nicht engagiert genug zu führen. Möglicherweise fliegt Rice an diesem Mittwoch nach Afghanistan. dpa

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