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Selbstmordanschlag in Beirut : Al-Qaida-nahe Gruppe bekennt sich zu Attentat mit 23 Toten

Die Abdullah-Assam-Brigaden, die dem Terrornetzwerk Al Qaida nahe stehen, haben sich zu dem Selbstmordanschlag vor Irans Botschaft in Beirut am heutigen Dienstag bekannt. Die Gegend gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung, die vom Iran aus gesteuert wird und auch im syrischen Bürgerkrieg kämpft.

Patricia Khoder
In der libanesischen Hauptstadt Beirut gab es einen schweren Anschlag vor der iranischen Botschaft.
In der libanesischen Hauptstadt Beirut gab es einen schweren Anschlag vor der iranischen Botschaft.Foto: reuters

Eine Al Qaida nahestehende Extremistengruppe hat sich zu dem Doppelanschlag auf die iranische Botschaft in Beirut bekannt. Die Abdullah-Assam-Brigaden steckten hinter dem Angriff am Dienstag, teilte der zu der Gruppe gehörende Geistliche Scheich Siradscheddine Suraikat über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Brigaden drohten demnach mit weiteren Angriffen im Libanon, bis sich der Iran aus dem Bürgerkriegsland Syrien zurückziehe. Sie forderten zudem die Freilassung von im Libanon inhaftierten Mitstreitern. Es ist der erste Selbstmordanschlag im Libanon seit Beginn der Kämpfe in Syrien. Dem letzten Anschlag dieser Art im Libanon fiel Premierminister Rafic Hariri am 14. Februar 2005 zum Opfer.

Bei dem Selbstmordanschlag vor der iranischen Botschaft am Dienstag sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Mit der ersten Bombe sprengte sich nach Angaben der libanesischen Armee ein Rollerfahrer in die Luft. Ihm folgte ein Geländewagen, der offenbar explosive Stoffe geladen hatte.

Das libanesische Gesundheitsministerium zählte 146 Verletzte. Bereits vor dem Bekenntnis der Abdullah-Assam-Brigaden gingen Beobachter von einem Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien aus.
Unter den Toten sind nach Angaben der Botschaft auch zwei Iraner. Einer von ihnen sei der Kulturattachée der Botschaft, Ibrahim al Ansari, hieß es.

Die Gegend im Süden Beiruts, in dem der Anschlag verübt wurde, gilt als Hisbollah-Hochburg. Sie wird von Hisbollah-Mitgliedern gesichert und galt bis zum Kriegseintritt der schiitischen Milizen in Syrien als unangreifbare Festung. Die vom Iran aufgerüstete schiitische Hisbollah kämpft in Syrien zusammen mit den Truppen des Regimes von Baschar al Assad gegen Aufständische. Der Anschlag ist auch ein Beleg für den zunehmenden Hass zwischen Schiiten und Sunniten im Libanon.
Syrische Regierungstruppen sind in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Hisbollah-Kämpfern weiter in die von Rebellen beherrschten Gebiete bei Damaskus und Aleppo vorgerückt. Der Iran machte Israel für den Anschlag verantwortlich. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Teheran erklärte, der Anschlag sei „ein unmenschliches und boshaftes Verbrechen“, das „von Zionisten und ihren Söldnern“ verübt worden sei. (mit AFP, dpa, rtr)

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