Politik : Selbstmordanschlag in Pakistan tötet mindestens 70 Menschen

Islamabad - Bei einem doppelten Selbstmordanschlag vor Pakistans wichtigster Waffenfabrik sind am Donnerstag mindestens 70 Menschen getötet worden. Mindestens 80 weitere Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt, berichtete die Zeitung „The News“. Zwei Männer sprengten sich laut Polizei zum Schichtwechsel fast zeitgleich vor der Fabrik in der Ortschaft Wah nahe der Hauptstadt Islamabad in die Luft. Premierminister Yousaf Raza Gillani verurteilte die Anschläge und rief dazu auf, die Hintermänner der Attacke zu stellen.

„Die Explosion geschah, als die Leute nach der Arbeit aus der Fabrik strömten“, sagte ein Rettungshelfer. Rund 25 Krankenwagen sowie Rettungskräfte der Fabrik und der Armee seien im Einsatz. 25 000 bis 30 000 Arbeiter produzieren in der Pakistani Ordnance Factory in Wah Artillerie, Panzer und Munition für die pakistanische Armee.

Am Dienstag waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein Krankenhaus im Nordwesten Pakistans 30 Menschen getötet worden. Die radikalislamischen Taliban in Pakistan hatten in den vergangenen Tagen mit Angriffen auf das Militär gedroht – aus Rache für die jüngste Offensive der Armee in den umkämpften Stammesregionen an der afghanischen Grenze. Vor zwei Wochen hatte die Armee eine Offensive gegen islamistische Rebellen in Badschaur in der Grenzregion begonnen. Nach Regierungsangaben starben bei den dortigen Kämpfen rund 500 islamistische Rebellen und 30 Soldaten. Im Juli fand ein ähnlicher Einsatz im Swat-Tal statt.

Ein Sprecher der Talibanbewegung Pakistans (TTP) sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Unsere Selbstmordattentäter haben die Anschläge als Reaktion auf Militäreinsätze in Swat und Badschaur verübt“. Sollte die Armee ihre Angriffe in den Stammesregionen nicht stoppen, drohten weitere Anschläge. AFP/Tsp

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