Selbstmordattentäter : Deutsch-Türke als Terrorist in Afghanistan?

Ein junger Türke soll in Afghanistan einen Selbstmordanschlag verübt haben. Der aus Bayern stammende 28-Jährige lebte bis April 2007 mit seiner Familie bei Ansbach, bis ihn Terrorfahnder ausfindig machten.

Cünet C.
Der 28-Jährige aus Ansbach soll als Selbstmordattentäter nach Afghanistan gegangen sein. -Foto: APF

BerlinEin türkischstämmiger Islamist aus Bayern hat laut "Bild"-Zeitung und "Focus" den Selbstmordanschlag auf einen US- Stützpunkt in Ost-Afghanistan Anfang März verübt. Die Zeitung und das Magazin berufen sich auf Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen. Die Bundesanwaltschaft hat dazu "noch keine gesicherten Erkenntnisse", sagte ein Sprecher am Samstag. Die Angaben würden überprüft.

Bei dem Anschlag waren am 3. März in der afghanischen Provinz Chost nach damaligen Angaben der US-Streitkräfte unter anderem zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet worden, vier weitere wurden verletzt. Nach Angaben des Polizeichefs der Provinz wurden zudem zwei afghanische Arbeiter getötet und zwei Polizisten verletzt.

Laut "Focus" hatte der 28-jährige Deutsch-Türke aus dem bayerischen Ansbach enge Kontakte zu der im Herbst im Sauerland ausgehobenen Terrorzelle der Islamischen Dschihad Union. Nach Angaben des Magazins bekannte sich die Dschihad Union im Internet mit Fotos des in Freising geborenen Mannes zu dem Anschlag. Laut "Bild"-Zeitung lebte der Mann bis April 2007 mit Frau und zwei Kindern in der Nähe von Ansbach. Er habe auch Verbindungen zu der Ulmer Islamisten-Szene gehabt. Der Selbstmordattentäter habe seine Stelle gekündigt und sich aus Deutschland abgesetzt, nachdem er ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten sei. (dm/dpa)

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