Politik : „Seniorenprodukte müssen raus aus den Kinderschuhen“

Berlin - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Entwicklung seniorengerechter Produkte und Dienstleistungen fördern. Im Jahr 2035 wird Deutschlands Bevölkerung die älteste der Welt sein: Während der Anteil der über 50-Jährigen 2005 lediglich 37 Prozent betrug, wird 2035 bereits die Hälfte der Bevölkerung 50 Jahre und älter sein. „In dieser Entwicklung steckt Potenzial,“ sagte die Ministerin. Industrie und Handel müßten sich auf den wachsenden Markt der Senioren einstellen und innovative Produkte für die reife Altersgruppe entwickeln, bevor andere Länder diese Nische besetzten.

Deutschland könne es sich nicht leisten, diesen wichtigen Zukunftsmarkt anderen zu überlassen: „Wir müssen raus aus den Kinderschuhen“, betonte die Ministerin. Als größter Konkurrent gilt Japan, das mit einem ähnlichen demografischen Wandel wie Deutschland konfrontiert ist. Beschleunigen soll die Entwicklung das neue Unternehmensprogramm des Bundesfamilienministeriums „Wirtschaftsfaktor Alter – Unternehmen gewinnen“, in dessen Rahmen sich Wirtschaft, Wissenschaft, Verbraucher- und Seniorenorganisationen sowie die Senioren selbst stärker vernetzen können. Dazu wird eine Geschäftsstelle eingerichtet. Für das Projekt stellt der Bund in den Jahren 2008 bis 2010 vier Millionen Euro zur Verfügung. Interessierte Unternehmen können sich unter www.wirtschaftskraft-alter.de über die Bedürfnisse der über 50-Jährigen informieren. Diese gelten nach Angaben des Unternehmensberaters Roland Berger für das Bundesfamilienministerium erstellten Studie „Wirtschaftsmotor Alter“ als Zielgruppe der Zukunft. Schon heute haben die über 50-Jährigen in allen Konsumgütergruppen einen Anteil von mindestens 45 Prozent. Bis 2035 steige vor allem der Anteil der über 65-Jährigen am Gesamtkonsum: Von derzeit knapp 18 Prozent auf über 26 Prozent.

„Innovative Produktentwicklungen verbessern die Lebensqualität der älteren Menschen“, betonte Ursula von der Leyen. Aus diesem Grund habe sich auch nicht das Bundeswirtschaftsministerium des Themas angenommen, sondern das Bundesfamilienministerium. rni

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