Politik : Sensation bei Forschung mit Stammzellen

Christoph von Marschall

Washington - Wissenschaftlern der Universität Harvard ist es gelungen, menschliche Hautzellen in embryonale Stammzellen umzuwandeln. Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf Gespräche mit der Forschungsgruppe, die ihre Ergebnisse in dieser Woche in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichen will. Der Erfolg wird in den USA als großer Fortschritt betrachtet, weil sich mit der neuen Methode möglicherweise ethische Bedenken als auch rechtliche und politische Hürden umgehen lassen.

Für die Experimente wurden weder menschliche Eizellen noch menschliche Embryonen verbraucht, weshalb der Vorwurf der Gegner des therapeutischen Klonens, dafür werde ungeborenes Leben getötet, hier nicht zutrifft. Die Wissenschaftler benutzten eine laboreigene embryonale Stammzelllinie, die zu den wenigen gehört, die US-Präsident George W. Bush für die staatlich geförderte Forschung freigegeben hat. Mit Hilfe dieser Stammzellen wurden die Gene in den Hautzellen eines Menschen so „reprogrammiert“, dass diese Hautzellen sich selbst in embryonale Stammzellen verwandelten. Sie seien damit „verjüngte“ Versionen der Hautzellen der betreffenden Person und hätten dieselbe DNS. In der Theorie könne man mit ihnen jedes beliebige Gewebe für diesen Menschen züchten, ohne befürchten zu müssen, dass es bei einer Transplantation abgestoßen werde. Das eröffne neue Möglichkeiten, kranke Körperorgane zu ersetzen.

Bisher sind noch keine menschlichen embryonalen Stammzellen an Menschen getestet worden. Manche Forscher glauben, dass diese klinische Forschung eventuell in ein oder zwei Jahren beginnen könne.

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