Sensible Informationen : Erneute Datenpanne in Großbritannien

Ein Laptop mit den Informationen von 600.000 Rekruten und Bewerbern der Streitkräfte wurde gestohlen. Auf der Festplatte befinden sich nicht nur Namen, sondern auch Ausweisnummern, Versicherungsnummern und mehr.

LondonErneut sind in Großbritannien persönliche Daten von Hunderttausenden Bürgern verloren gegangen. Wie die Regierung in London mitteilte, wurde einem Offizier der Royal Navy Mitte vergangener Woche aus einem Wagen auf einem Parkplatz in Birmingham ein Laptop gestohlen. Auf dem Computer waren demnach persönliche Angaben von rund 600.000 Angehörigen oder Bewerbern der Marine, der Marineinfanterie und der Luftwaffe gespeichert. Neben Daten zu Person und Wohnort fanden sich teilweise auch Sozialversicherungsnummern, Passnummern und Führerscheinangaben sowie medizinische und familiäre Details auf der Festplatte des Geräts.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass auch die Bankdaten von 3500 Menschen in dem Laptop waren. Die Betroffenen seien bereits angeschrieben, und Banken informiert worden. Das Ministerium erklärte, den Vorfall mit "größten Ernsthaftigkeit" zu behandeln. Die verlorenen Daten seien nicht von jeder Person die gleichen gewesen. Der Interessenverband Privacy International erklärte in der BBC, "entgeistert" über den Vorfall zu sein. Die Polizei ermittelte in der Sache.

Es ist bereits der vierte Fall dieser Art binnen drei Monaten: Kurz vor Weihnachten war bekanntgeworden, dass im staatlichen Gesundheitswesen NHS eine CD mit vertraulichen Informationen über 160.000 kranke Kinder verloren gegangen ist. Zuvor hatten die Behörden bereits den Verlust persönlicher Daten von Millionen Kindergeldempfängern und Fahrschülern eingestehen müssen. Die Regierung von Premierminister Gordon Brown war deshalb schärfster Kritik ausgesetzt. (ck/dpa)

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