Politik : Separatismus: Die Eta und der wieder belebte Terror

Johannes Claussen

Es fing an mit dem Verbrennen der spanischen Fahne und dem Hissen des grün-rot-weißen baskischen Banners. Gegründet am 31. Juli 1959, war die baskische Terrororganisation Eta (Euskadi ta Askartasuna = Baskenland und Freiheit) zunächst nur eine studentische Widerstandsgruppe gegen die Diktatur von Franco. Doch unter dem Eindruck von Verhaftungen und Folter radikalisiert sich ihr Kampf. 1968 wird der Polizist Meliton Mazanas das erste Todesopfer der Separatisten, fünf Jahre später beweist die Eta mit der Ermordung von Premier Carrero ihre ganze Schlagkraft. Gestützt auf die Forderung nach alten baskischen Vorrechten unter der kastilischen Krone und die Vereinigung mit der Provinz Navarra und dem französischen Baskengebiet, setzt die Eta ihre Blutspur fort - bis heute, wie die jüngsten Anschläge zeigen.

Eine Amnestie nach der Einführung der Demokratie 1977 führt nur vorübergehend zur Ruhe. Enttäuscht über die Festschreibung des Baskenlandes in der Verfassung als Teil Spaniens verübt die Eta in den 80er Jahren massive Bombenattentate auch auf Supermärkte und Verkehrsknoten.

Die illegalen Terroristenjäger der "Grupos Antiterroristas de Liberacion" (GAL) ermorden ihrerseits 28 mutmaßliche Eta-Angehörige, 1989 scheitern Verhandlungen mit der Regierung unter dem Verdacht, die Eta benutze die Feuerpause zum Wiederaufbau ihrer angeschlagenen Strukturen.

1997 kommt es nach der Entführung und Ermordung eines baskischen Lokalpolitikers zu Millionenprotesten in ganz Spanien, ein einseitiger Waffenstillstand scheitert im Dezember 1999 an der Weigerung von Madrid und Paris, gegen den Willen der Mehrheit im Baskenland einem Separationsprozess zuzustimmen.

Gestützt auf eine linksradikale Umverteilungsideologie und den Vorwurf staatlicher Repression holt die Eta seit Anfang des Jahres zu einer ihrer blutigsten Offensiven aus, die mittelfristig auf die Loslösung von Spanien und Frankreich abzielt. Insgesamt kamen über 830 Menschen durch die Eta ums Leben.

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