Politik : Serben entschuldigen sich erstmals für Leid im Kosovo

Erstmals seit dem Ende des Kosovo-Kriegs haben sich serbische Vertreter im direkten Zusammentreffen mit albanischen Mitbewohnern für das ihnen zugefügte Leid entschuldigt. Der deutsche General Wolfgang Sauer sagte am Donnerstag, dies sei eine bedeutende Entwicklung. Die serbischen Delegierten bei den Verhandlungen über ein Ende der Blockade russischer KFOR-Truppen in Orahovac hätten die Worte benutzt: "Es tut mir leid." Der Sprecher der Kosovo-Albaner, Agim Hasku, bestätigte dies, fügte aber hinzu, die Delegierten hätten nicht die Befugnis gehabt, im Namen der gesamten serbischen Gemeinschaft zu sprechen.

Offizieren der Nato und Russlands gelang es aber auch bei den Verhandlungen am Donnerstag nicht, die Kosovo-Albaner in Orahovac zu einem Ende ihres Widerstands zu bewegen. Die Albaner machen geltend, dass russische Söldner an der Seite serbischer Truppen Greueltaten im Kosovo begangen hätten.

Nach der Entdeckung eines Massengrabes mit den Leichen von mindestens vier Serben im Kosovo durch die KFOR am Mittwoch hat Belgrad die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats verlangt. Jugoslawiens Außenminister Jovanovic habe ein Protestschreiben an UN-Generalsekretär Annan gerichtet, in dem er "konkrete Maßnahmen" zum Schutz aller Volksgruppen im Kosovo fordere, hieß es. Dazu habe sich die internationale Gemeinschaft in der UN-Resolution 1244 verpflichtet.

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