• Serben im Kosovo halten vereinbarte Regelung für inakzeptabel - Djindjic warnt vor militärischem Eingreifen Belgrads in Montenegro

Politik : Serben im Kosovo halten vereinbarte Regelung für inakzeptabel - Djindjic warnt vor militärischem Eingreifen Belgrads in Montenegro

Vertreter der serbischen Minderheit im Kosovo haben eine Beteiligung an der UN-Übergangsregierung der Provinz kategorisch abgelehnt. Nach einer Sitzung im Kloster Gracanica bei Pristina erklärte der Serbische Nationalrat im Kosovo (SNC) am Mittwoch, die von der UN-Übergangsverwaltung und den Kosovo-Albanern vereinbarte Regelung sei inakzeptabel. Sie laufe darauf hinaus, das Kosovo von Jugoslawien zu trennen und später einen unabhängigen albanischen Staat zu bilden. Die UN-Übergangsverwaltung hatte vorige Woche mit Vertretern der Albaner die Bildung eines Regierungsrats vereinbart, in dem vier Vertreter der UN und der Albaner sowie ein Serbe sitzen sollen.

Die Einrichtung eines Regierungsrats sei mit der serbischen Seite nicht abgesprochen gewesen und widerspreche zudem der UN-Resolution 1244, erklärte der SNC. In der Resolution wird die UN-Übergangsverwaltung für das Kosovo festgeschrieben, zugleich jedoch die Zugehörigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz zu Jugoslawien betont.

Der Verwaltungschef der Vereinten Nationen für das Kosovo, Bernard Kouchner, habe die "klare Absicht", den Kosovo aus dem jugoslawischen Staatsgebiet herauszulösen, erklärte der SNC. Der Regierungsrat sei lediglich die Vorstufe für eine künftige Regierung eines unabhängigen albanischen Staates Kosovo.

Albanien hat unterdessen sein Ölembargo gegen das Kosovo und das jugoslawische Bundesland Montenegro aufgehoben. Die Regierung teilte am Mittwoch in Tirana mit, Öltransporte würden wieder in die beiden Gebiete durchgelassen. Voraussetzung sei jedoch, dass die Lieferungen nicht für das serbische Kernland bestimmt seien. Die Europäische Union hatte das Ölembargo gegen das Kosovo und Montenegro, das sich von der Politik des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic distanziert, bereits im Oktober aufgehoben.

Bei seinem weihnachtlichen Truppenbesuch im Kosovo wird Bundesverteidigungsminister Scharping am Freitag auch den russischen Verteidigungsminister Igor Sergejew treffen, erklärte der SPD-Politiker auf der Rückreise von seinem Türkeibesuch.

Der serbische Oppositionspolitiker Zoran Djindjic hält unterdessen ein gewaltsames Eingreifen des jugoslawischen Präsidenten Milosevic in der Teilrepublik Montenegro nicht für ausgeschlossen.

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