Politik : Serben nehmen erstmals an Regierungssitzung teil

Nach einem mehr als viermonatigen Boykott haben die Serben im Kosovo am Dienstag erstmals wieder einen Vertreter zu einer Sitzung der Übergangsregierung entsandt, wenn auch zunächst nur als Beobachter. Die Teilnahme des als gemäßigt geltenden Politikers Rada Trajkovic wurde trotzdem als mögliches Zeichen der Versöhnungsbereitschaft der Serben mit den Albanern gedeutet. An der Sitzung nahmen unter anderem auch der Leiter der UN-Verwaltung im Kosovo, Bernard Kouchner, sowie die albanischen Führer Ibrahim Rugova und Hashim Thaci teil.

Die Kosovo-Serben waren Ende vergangenen Jahres unter dem Vorwurf einer Bevorzugung der Albaner aus der Übergangsregierung ausgeschieden. Kouchner erklärte, die Teilnahme der Serben sei "so etwas wie der zaghafte Beginn von etwas, was der Weg zur Demokratie sein" könnte. Die Stimmung sei zunächst gespannt gewesen, dann aber offener geworden, sagte Kouchner: "Die Serben gehören in die Übergangverwaltung.

Trajkovics Teilnahme an der Sitzung führte zu einer weiteren Spaltung zwischen gemäßigten Serben und Hardlinern, die eine Zusammenarbeit mit Albanern in der Übergangsregierung als Schritt zur Unabhängigkeit des Kosovos ablehnen. Ein Sprecher der gemäßigten Serben, Aleksander Vidojevic, sagte, man habe sich für ein Ende des Boykotts entschieden, um sich für eine bessere Zukunft für alle Bewohner des Kosovos einzusetzen. Dazu müssten jedoch auch die Albaner sowie die Vereinten Nationen und die Nato einen Beitrag leisten. Über eine vollständige Rückkehr in die Übergangsregierung werde in den kommenden drei Monaten entschieden, sagte Vidojevic.

Drei Kinder durch Mine getötet

Bei der Explosion einer Tretmine sind in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo drei Kinder getötet worden. Die Elf- und Zwölfjährigen waren am Montag im Süden Sarajevos in eines der Minenfelder geraten, die die Stadt immer noch umgeben. Die beiden Jungen und ein Mädchen hätten versucht, in militärische Unterstände aus der Zeit des Krieges zu gelangen. Ein Rettungsteam habe fünf Stunden gebraucht, um in dem Minenfeld zu den tödlich verletzten Kindern zu gelangen.

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