Politik : "Serben vernichten Beweise für Massaker"

BONN (rtr). Die Rückkehr der Kosovo-Vertriebenen aus Albanien und Mazedonien in ihre Heimat kann nach Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) bereits Ende Juni oder Anfang Juli beginnen. Er rechne aus heutiger Sicht mit einem Zeitraum von etwa 14 Tagen bis drei Wochen, sagte Scharping am Sonntag in Bonn. Der genaue Termin hänge davon ab, wie sich der Rückzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo weiter entwickele. Zunächst würden sich die im Kosovo stationierten Bundeswehrsoldaten der internationalen KFOR-Friedenstruppe und die Hilfsorganisationen um die Versorgung der Binnenflüchtlinge kümmern. Danach könne die "hoffentlich geordnete Rückführung" der Vertriebenen beginnen.

Scharping sagte weiter, die serbischen Truppen verhielten sich bei ihrem Abzug gegenüber der internationalen Schutztruppe (KFOR) zwar "korrekt". Gegenüber der albanischen Bevölkerung komme es aber nach wie vor zu Gewalttaten. "Die Zerstörungswut ist auch im Rückzug nach wie vor vorhanden", sagte Scharping. Es sei ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Abzug und brennenden Häusern zu erkennen. Der Minister warf den serbischen Truppen darüber hinaus vor, Beweise für Kriegsverbrechen zu beseitigen. So seien mit Hilfe von Luftaufnahmen mehrere Versuche erkennbar, Hinweise auf Massengräber durch spontane Planier- und Bepflanzungsarbeiten verschwinden zu lassen.

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