Politik : Serbien: Schlag gegen Milosevic - Vertrauten Geheimdienst-Chef verhaftet

Mit der Verhaftung des Ex-Chefs der serbischen Geheimpolizei hat die neue Führung in Belgrad den ehemaligen Machthabern um Slobodan Milosevic erstmals einen schweren Schlag versetzt. Der frühere Geheimdienstchef und Milosevic-Vertraute Rade Markovic sei wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung verhaftet worden, bestätigte der serbische Justizminister Vladan Batic am Sonntag in Belgrad.

Der Fraktionsvorsitzende des reformorientierten Parteienbündnisses DOS im serbischen Parlament, Cedomir Jovanovic, kündigte weitere Aktionen an. Dies sei nur der Beginn einer Serie von Festnahmen, an deren Ende Milosevic selbst stehen werde, sagte Jovanovic. Die Verhaftung Markovics sei "nicht der letzte Schritt zur Errichtung eines Rechtsstaats". Belgrad steht unter erheblichem internationalen Druck, Milosevic an das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag auszuliefern.

Laut der Nachrichtenagentur Tanjug wurde Markovic am Freitagabend zusammen mit drei weiteren Verdächtigen festgenommen. Sie werden beschuldigt, in mehrere politisch motivierte Morde verwickelt zu sein. Unter anderem sollen sie für einen Anschlag auf den serbischen Oppositionspolitiker Vuk Draskovic im Oktober 1999 verantwortlich sein, bei dem vier Menschen getötet worden waren. Sollte Markovic vor Gericht gestellt und schuldig gesprochen werden, droht ihm die Todesstrafe. Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Nach der politischen Wende in Belgrad im Oktober vergangenen Jahres hatte sich Markovic zunächst geweigert zurückzutreten.

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