Politik : Sex-Vorwürfe gegen UN-Soldaten

New York - Wegen eines Skandals um sexuellen Missbrauch haben die UN mehr als 110 sri-lankische Blauhelmsoldaten von ihrem Einsatz in Haiti abberufen. Insgesamt würden 111 Soldaten und drei Offiziere am Samstag nach Hause geschickt, teilte ein Sprecher der UN-Abteilung für Friedensmissionen (DPKO) mit. Die Soldaten der UN-Mission in Haiti (Minustah) hatten Frauen, darunter Minderjährige, für Sex bezahlt, wie UN-Sprecherin Michèle Montas erklärte. „Die Vereinten Nationen und Sri Lanka nehmen diese Angelegenheit sehr ernst.“ Die Entscheidung, die Beschuldigten zurück nach Hause zu schicken, war auf Grundlage eines vorläufigen Untersuchungsberichts der UN gefallen.

Schon früher waren Soldaten der UN-Friedenstruppen in ähnliche Fälle verwickelt gewesen, vor allem in der Elfenbeinküste, in der Demokratischen Republik Kongo und in Liberia. Im Juli war nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs ein marokkanisches Blauhelm-Kontingent in der Elfenbeinküste außer Dienst gestellt worden. Die UN gehen seit 2005 hart gegen den sexuellen Missbrauch durch Blauhelmsoldaten und zivile Beschäftigte vor, nachdem ihnen vorgeworfen worden war, sie hätten das Problem lange vernachlässigt. AFP/dpa

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