SEXUELLER MISSBRAUCH : Immer mehr Fälle

Neue Vorwürfe, neue Verdachtsfälle – jeden Tag melden sich weitere Opfer sexuellen Missbrauchs zu Wort. Im Kolleg Sankt Blasien haben inzwischen mehr als 15 Betroffene in den vergangenen Wochen von Missbrauch und Übergriffen durch zwei Jesuitenpatres in den Jahren 1965 bis 1967 sowie 1982 bis 1989 berichtet. Elf weitere Meldungen beziehen sich auf Taten von acht ehemaligen Jesuiten und eines schulischen Mitarbeiters aus den 50er und 60er Jahren, wie Schulleiter Pater Johannes Siebner in einem Brief an die Eltern der Kollegsschüler berichtet.

Im saarländischen Homburg soll sich ein katholischer Geistlicher in den 50er Jahren an Schülern vergangen haben. Die Taten ereigneten sich bereits vor etwa 60 Jahren am ehemaligen Knabenrealgymnasium.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft prüft einen Fall von möglichem Kindesmissbrauch an einer katholischen Schule. Die Vorfälle sollen sich in den 80er Jahren an einer Schule im Stadtteil St. Georg ereignet haben.

Neue Vorwürfe gibt es auch gegen einen bereits suspendierten Priester aus der Erzdiözese München. Der Mann, der bis vor wenigen Tagen als Tourismusseelsorger in Oberbayern eingesetzt war, soll im Jahr 1998 erneut ein minderjähriges Kind missbraucht haben.

Die katholische Kirche in den Niederlanden hat nach Einschätzung von Kardinal Adrianus Simonis in den 50er bis 70er Jahren das Thema sexueller Missbrauch verdrängt. „Wir haben es nicht gewusst“, sagte der Alterzbischof von Utrecht – auf Deutsch. Die Worte werden in den Niederlanden mit den Aussagen von Deutschen in Verbindung gebracht, die nach dem Zweiten Weltkrieg angaben, nichts von den Verbrechen der Nazis gewusst zu haben. Tsp

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