Sicherheit : Teheran fürchtet Angriffe durch US-Truppen

Der Iran kritisiert das geplante US-irakische Sicherheitsabkommen, da er Angriffe von Seiten der USA fürchtet. Der Irak versichert dagegen, von ihm gehe keine Gefahr für Teheran aus.

Teheran/BagdadIm Streit um ein geplantes US-irakisches Sicherheitsabkommen hat Iraks Premier Nuri al Maliki dem Iran versichert, dass von seinem Land niemals eine Gefahr für Teheran ausgehen werde. "Wir werden es nicht zulassen, dass der Irak zu einem Territorium wird, von dem die Sicherheit des Iran und anderer Nachbarn bedroht wird", sagte Maliki am Sonntag in Irans Hauptstadt. Strategisches Ziel Bagdads sei es vielmehr, die Beziehungen zu seinen Nachbarn auszubauen.

Maliki sagte Irans Außenminister Manuschehr Mottaki, dass die "Stabilität und Sicherheit des Irak" einen positiven Einfluss auf die "gesamte Region" haben könne. Auch Mottaki versicherte, dass der Ausbau "freundschaftlicher Beziehungen beider Länder" Ziel des Iran sei. Hintergrund sind aktuelle Verhandlungen zwischen den USA und dem Irak über ein neues Sicherheitsabkommen, das vor allem Form und Umfang der künftigen US-Militärpräsenz im Irak regeln soll.

Präsident George W. Bush und Maliki hatten im November vereinbart, das Abkommen solle bis Ende Juli unterschriftsreif sein. Es soll die US-Präsenz im Irak über Ende 2008 regeln, da dann das derzeitige UN-Mandat ausläuft. Der Iran hatte das geplante Abkommen heftig kritisiert. Laut "Gulf News" aus Dubai soll die US-Regierung in den Verhandlungen darüber von Bagdad angeblich das Recht gefordert haben, vom Irak aus jedes Land anzugreifen, "das eine Gefahr für die internationale Stabilität darstellt". Teheran befürchtet dementsprechend, dass dies den US-Truppen eine legale Basis biete, um vom Irak aus den Iran anzugreifen.

Im Irak starben am Wochenende bei Angriffen in und um Bagdad 17 Menschen, mehr als 50 wurden verletzt. Die Polizei entdeckte am Sonntag ein Lager von mutmaßlichen Al-Qaida-Selbstmordattentätern. Sie fand demnach 50 Jacken mit Sprengstoff und mit Bomben präparierte Autos. Vor Ort seien 13 Menschen verhaftet worden. (AFP/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben