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Sicherheitskonferenz in München : Türkischer Außenminister sagt Besuch ab

Der türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagt seinen Besuch bei der Münchner Sicherheitskonferenz ab. Als Grund nennt er die Anwesenheit eines israelischen Vertreters.

Der türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu.
Der türkischer Außenminister Mevlüt Cavusoglu.Foto: AFP

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat einen geplanten Besuch der Münchner Sicherheitskonferenz nach eigenen Angaben wegen anhaltender Spannungen mit Israel abgesagt. Grund sei die angekündigte Anwesenheit eines Vertreters Israels im Saal gewesen, sagte Cavusoglu nach einer Meldung der offiziellen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Die Entscheidung solle nicht als Affront gegenüber Deutschland gewertet werden, betonte der Minister.

Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des  Deutschen Bundestages, Volker Beck, kritisierte die Absage scharf: "Ein Affront gegen Israel ist auch ein Affront gegen Deutschland!", teilte der Grünen-Politiker mit. Die Bundesregierung müsse gegenüber der türkischen Regierung ihr Befremden zum Ausdruck bringen und dies verurteilen.

Der antiisraelische Kurs der türkischen Regierung, so Beck, sei besorgnisserregend. "Die Absage des türkischen Außenministers ist dabei kein isolierter Akt, sondern reiht sich ein in eine Reihe von Aktionen." So habe im Dezember der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu Hamas-Chef Chaled Maschaal auf einem AKP-Parteitag als Gast begrüßt. Die radikal-islamistische Organisation will den Staat Israel mit Gewalt beseitigen.

Die Beziehungen zwischen den beiden früheren Verbündeten Türkei und Israel sind seit Jahren sehr angespannt. Nach dem Tod von zehn türkischen Aktivisten beim Sturm israelischer Soldaten auf das türkische Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara" im Jahr 2010 warf die Türkei den israelischen Botschafter aus dem Land und reduzierte die Beziehungen auf ein Mindestmaß. Trotz einer auf Druck der USA zustande gekommenen Entschuldigung Israels für den Vorfall scheiterten alle Bemühungen um eine Wiederannäherung bisher. (Tsp/AFP)

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