Politik : Sicherheitsprobleme: Kammern werden mit Salzguss und Asche gefüllt

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Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, hat Sofortmaßnahmen angeordnet, um der akuten Einsturzgefahr von Teilen des einzigen deutschen Endlagers für radioaktive Abfälle (ERAM) in Morsleben an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu begegnen. Er habe eine verstärkte Überwachung möglicher radioaktiver Staubwolken angeordnet, sagte König am Mittwoch in Magdeburg. Zudem gebe es für das besonders einsturzgefährdete Südfeld des ehemaligen Salzbergwerkes ein striktes Betretungsverbot. Insbesondere die beiden Versturzkammern für mittelaktive Abfälle zwischen der vierten und der fünften Sohle des Bergwerkes sollen zudem unverzüglich mit Salzgruß und Braunkohlefilterasche aufgefüllt werden.

Aus der Salzschwebe zwischen den beiden Sohlen drohen bis zu 1000 Tonnen schwere Brocken herauszubrechen. Ähnlich große Teile seien auch bereits aus den Salzschweben zwischen anderen Sohlen des ehemaligen Salzbergwerkes gebrochen. Radarmessungen und Bohrungen hätten zudem ergeben, dass es in den Salzschweben Risse mit einer Breite zwischen 4,5 und 16 Zentimetern gebe. "Wer jetzt noch eine Wiederaufnahme der Einlagerung fordert, der hat von Sicherheitspinzipien beim Betrieb von kerntechnischen Anlagen keine Ahnung", sagte König.

Rund 20 000 Kubikmeter Verfüllmasse sind notwendig, um die beiden Kammern mit mittelaktiven Abfällen so abzudichten, dass abstürzende Brocken aus der Salzschwebe nicht ungebremst auf die dort eingelagerten Abfälle stürzen. In den beiden Kammern lagern 119 Kubikmeter Atommüll.

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