Politik : Sicherheitsrat ruft beide Koreas zu Zurückhaltung auf

New York/Seoul - Der Weltsicherheitsrat hat Süd- und Nordkorea zur Zurückhaltung im Konflikt um die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes ermahnt. Er sei zutiefst besorgt über den jüngsten Streit auf der koreanischen Halbinsel, sagte der mexikanische Ratspräsident Claude Heller in der Nacht zum Dienstag im Namen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen. Der Rat werde sich weiter mit dem seit Ende März brodelnden Konflikt beschäftigen, kündigte Heller an.

Der Sicherheitsrat hatte Vertreter beider Koreas am späten Montag in getrennten Sitzungen hinter verschlossenen Türen angehört. Anschließend appellierte er an Seoul und Pjöngjang, „sich jeder Handlung zu enthalten, die die Spannungen in der Region erhöhen könnte“.

Der südkoreanische Wissenschaftler Yoon Duk Yong, der dem Sicherheitsrat die Haltung seines Landes erläutert hatte, sagte, seine Delegation habe das 15-Länder-Gremium aufgerufen, mit „angemessenen“ Maßnahmen auf Nordkoreas Provokation zu reagieren. Yoon war Leiter des internationalen Ermittlerteams, das den Untergang der Korvette „Cheonan“ im März im Gelben Meer auf einen Torpedoangriff aus Nordkorea zurückführt. Bei dem Zwischenfall wurden 46 Marinesoldaten an Bord getötet. Südkorea hatte daraufhin eigene Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt und den UN-Sicherheitsrat eingeschaltet.

Nordkorea bestritt in einer getrennten Anhörung durch den Sicherheitsrat erneut eine Verwicklung in den Schiffsuntergang: „Wir sind ein Opfer des Zwischenfalls“, sagte der stellvertretende UN-Botschafter Pak Dok Hun. Nordkorea hatte für den Fall von Sanktionen zuletzt mit Krieg gedroht.

Nach Angaben eines Sprechers des amtierenden Ratspräsidenten ist bisher keine offene Diskussion über den jüngsten Konflikt der beiden koreanischen Staaten vorgesehen.dpa

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