Politik : „Sie kommen mir wie ein Soufflé im Ofen vor“

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Außenminister Joschka Fischer (Grüne) kritisierte die von der CDUVorsitzenden Angela Merkel vorgeschlagene „Politik aus einem Guss“. Auszüge:

„Frau Merkel möchte Kanzlerin werden, ohne auch nur ein Wort zu den zentralen Punkten der Alternativen (...) gesagt zu haben. (...) Das begrenzt sich dann auf die Aussage, eine Politik aus einem Guss machen zu wollen. (...) Wo, bitte, bewegt sich diese Politik aus einem Guss? Zwischen Bierdeckelsteuerreform, Kopfpauschale und Abschaffung der gesetzlichen Krankenversicherung. Es wäre für die Deutschen interessant gewesen, das heute einmal zu hören.

(...) Wir hatten zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland über Krieg und Frieden zu entscheiden. (...) Wir haben die Verantwortung, vor die unser Land nach dem Ende des Kalten Krieges gestellt wurde, nicht nur wahrgenommen, sondern im Interesse von Frieden, Freiheit und Menschenrechten auch entsprechend umgesetzt. (...) Frau Merkel, Sie machen es sich zu einfach. Sie werden sich täuschen, wenn Sie meinen: Das interessiert die Leute nicht.

Gegenwärtig kommen Sie mir mit Ihren Umfragen wie ein wunderbar anzuschauendes Soufflé im Ofen vor. Wir werden sehen, was von der Größe in den letzten drei Wochen tatsächlich übrig bleibt, wenn der Souverän da hineinpiekst. Da bin ich sehr gespannt.

(...) Die fünf Millionen Arbeitslosen, die Sie (Merkel) ständig anführen, hätte es schon unter der Verantwortung von Helmut Kohl gegeben, wenn die Sozialhilfeempfänger bereits damals einen Vermittlungsanspruch gehabt hätten. (...) Sie sind als Steuersenkungspartei angetreten und zwar als eine ganz besondere Steuersenkungspartei. Jetzt verkünden Sie Steuererhöhungen zu Beginn der Steuersenkungen. Diese Form von Dialektik, lassen Sie sich das von einem Alt 68er sagen, kann selbst ich nicht nachvollziehen, obwohl ich von Dialektik einiges verstehe.“ dpa

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