Politik : Sieger auf Platz zwei

PDS-Mann Dehm holt bei OB-Wahl im badischen Lörrach fast 18 Prozent

Matthias Meisner

Er ist nur Zweiter geworden – aber fühlt sich wie ein Sieger. Der PDS-Bundesvize Diether Dehm hat seiner Partei einen unerwarteten Wahlerfolg beschert. 17,7 Prozent der Stimmen holte der Spitzengenosse bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag im badischen Lörrach. Besser schnitt nur die Christdemokratin Gudrun Heute-Bluhm ab, die mit 60,3 Prozent der Stimmen ihr Amt verteidigte. Mehrere parteilose Einzelbewerber dagegen wurden von Dehm abgehängt.

Im Karl-Liebknecht-Haus, der Bundeszentrale der PDS, ist zumindest bei Dehms Freunden die Freude über das Ergebnis groß. Zwar verzichtete die Bundesvorsitzende Gabi Zimmer auf eine öffentliche Würdigung Dehms. Doch ihr Bundesgeschäftsführer Uwe Hiksch, der wie Dehm von der SPD zur PDS kam, lobt das „beste Ergebnis eines PDS-Kandidaten in der Geschichte der westdeutschen Landesverbände“. Noch vor Wochen war Dehm parteiintern heftig angefeindet worden, weil er die Bespitzelung des früheren Bundesgeschäftsführers Dietmar Bartsch angeordnet haben soll.

Spätestens jetzt zählt Dehm wieder zu den wichtigsten Leuten der PDS. Selbst den Liedermacher Konstantin Wecker hatte er für seinen Wahlkampf mobilisiert. Ein deutsches Porto Alegre wollte er aus Lörrach machen, hatte er in Anspielung an den Weltsozialgipfel erklärt. Gestärkt fährt Dehm nach Berlin zurück: „Ich hoffe aber, dass einige meiner Ideen in Lörrach bleiben.“

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