Sieger und Verlierer : Auf wen es ankommt

von

NORBERT RÖTTGEN

Neben Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gilt der Umweltminister und Landeschef in Nordrhein-Westfalen als kanzlerabel, sollte Angela Merkel von Deck gehen müssen. Wegen seines drängenden Atomausstiegskurses muss er sich jedoch auf heftigen Gegenwind einstellen. Ihm steht vor allem der Wirtschaftsflügel der Union gegenüber.

THOMAS DE MAIZIÈRE

Der Mann für alle Fälle in der CDU, gilt als ruhender Pol in der Regierung und in der Union. Er genießt große Glaubwürdigkeit und könnte notfalls sogar Kanzler. Doch die Not muss schon sehr groß sein. Allein als Verteidigungsminister hat de Maizière genug Probleme zu lösen: Er muss die Bundeswehr neu aufstellen, bis Juni ein tragfähiges Konzept vorlegen. Allerdings: Er verteidigte die Libyen-Enthaltung.

VOLKER KAUDER 

Auf den Fraktionschef kommt es an, wenn die Kanzlerin in schweres Fahrwasser gerät. Dann muss er die Reihen zusammenhalten. „100 Prozent“ soll er hinter Merkel stehen, hieß es am Freitag. Aber mit ihrem Atomkurs hat sie ihn ins politische Mark getroffen. Ein Wahldesaster zu Hause in Baden-Württemberg ginge nicht spurlos an ihm vorbei. Und beim Thema Energie ist er eher eine unsichere Bank für Merkel.


CHRISTIAN LINDNER

Ihm fällt ab Sonntagabend die wichtigste Rolle in der FDP zu. Sollten die Liberalen im Südwesten aus dem Landtag fliegen, wird eine offene Schlacht in der Parteispitze ausbrechen. Das Ziel der „Jungen“ um ihn herum: Philipp Rösler wird Parteichef. Lindner muss die „alten“ Kontrahenten (Westerwelle, Brüderle und Leutheusser-Schnarrenberger) in Schach halten. Es könnte sein Gesellenstück in Berlin werden.

BIRGIT HOMBURGER

Dass die FDP-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg auch ihr Amt an der Fraktionsspitze verliert, wenn es am Sonntag im Südwesten schiefgeht, gilt als ausgemacht. Zumindest ist sie als Bauernopfer für Westerwelle fest gesetzt. Kam als Vollstreckerin der Politik des Vizekanzlers ins Amt. Hat allerdings auch nach eineinhalb Jahren keine eigene Rolle in der Koalition gefunden. Abnehmende Achtung bis hin zur Verachtung in der Union, zunehmende Enttäuschung auch in der eigenen Fraktion – so lautet das Fazit über Homburger.

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