Sigmar Gabriel über das SPD-Verbot 1933 : "Demokratie immer wieder mit Leben füllen"

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel rühmt im Tagespiegel den Widerstand seiner Partei gegen die Nazi-Diktatur und das Streben nach Freiheit. Gleichzeitig kritisiert er die "deutschen Kommunisten".

Sigmar Gabriel lobt die Genossen, die 1933 der Nazi-Diktatur die Stirn boten.
Sigmar Gabriel lobt die Genossen, die 1933 der Nazi-Diktatur die Stirn boten.Foto: dpa

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat dazu aufgerufen, die Demokratie immer wieder mit Leben zu füllen. Für ihn sei klar, dass mehr Demokratie gerade dann gewagt werden müsse, "wenn die Macht anonymer Märkte die Selbstbestimmung der Menschen und das Fundament unserer Demokratie in Frage stellen". Dies sei die "Lehre aus der Erfahrung des Verbots meiner Partei heute vor 80 Jahren", schreibt Gabriel in einem Beitrag für den Berliner Tagesspiegel (Samstag-Ausgabe) über die Zerschlagung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands durch die Nazis am 22. Juni 1933.

Die SPD setzte sich für Menschen- und Bürgerrechte ein

Der SPD-Vorsitzende hebt darin nicht nur im Besonderen den Widerstand gegen die Diktatur hervor, sondern im Allgemeinen auch die besonderen Verdienste seiner Partei in der Vergangenheit. Die Sozialdemokratie stünde für die "gute Kontinuität" in der deutschen Geschichte: "Sie strebte nach Freiheit, als andere die Freiheit ersticken wollten. Sie lebte die Demokratie, als andere sie als 'undeutsch' und 'verbürgerlicht' diffamierten. Sie trat für gleiche Menschen- und Bürgerrechte ein, als andere die unterschiedliche Wertigkeit von Menschen propagierten. Sie verteidigte die Demokratie, als andere Diktaturen errichteten oder ihre Errichtung zuließen." Die SPD sei immer Hauptfeind all derer gewesen, die eine freiheitliche Demokratie ablehnten.

Gabriel geht zudem mit den "deutschen Kommunisten" hart ins Gericht. "Der stalinistische KPD-Führer Ernst Thälmann lud die Nazis persönlich zum gemeinsamen Kampf gegen die letzte demokratische Bastion Weimars ein: die sozialdemokratische Regierung in Preußen. Noch in der DDR und bis in die heutige Zeit ist dieser Hass auf den sogenannten Sozialdemokratismus unter deutschen Kommunisten spürbar." (Tsp)

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