SIMBABWE – EINE LIEBE : SIMBABWE – EINE LIEBE

Onkel Bob, so der euphemistische Spitzname für Robert Mugabe, war damals, Anfang der 1990er, Jahre noch mehr Freiheitskämpfer als Menschenschlächter. Heute ist das umgekehrt. Der Präsident steht seit 1980 an der Spitze eines Landes, das mich mit Afrika untrennbar verbunden hat. Die beeindruckenden Victoriafälle, die wunderschönen Great Simbabwe Ruins, die unglaubliche Tiervielfalt in den Nationalparks, die skurrilen Steinformationen der Matopos, die Einsamkeit des Sambesi – und vor allem eine Herzlichkeit der Menschen, die mich nie mehr losgelassen hat. Wir hatten damals Kleidung, Schreibstifte, Süßigkeiten, Mal- und Spielzeug für Kinder in Waisenhäusern mitgenommen. Heute hätten die Kinder das viel nötiger. Und ihre Eltern auch. Es gibt wieder Hunger im ehemaligen Brotkorb Afrikas. Unfassbar, hat das Land doch alle Möglichkeiten gehabt. Mugabe hat das Land zerstört. Und die Zuversicht vieler Simbabwer auch. Grund genug, nochmal hinzufahren, sich zu informieren, zu helfen. Wenigstens ein bisschen. Die Menschen in Simbabwe haben Robert Mugabe nicht verdient. Unsere Solidarität umso mehr. Mugabe ist jetzt 88 Jahre alt. Höchste Zeit für einen Abgang. So oder so. Lutz Haverkamp

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben