Simbabwe : Konfliktparteien einigen sich auf Teilung der Macht

In Simbabwe scheint eine Lösung für die wochenlange Patt-Situation zwischen den Konfliktparteien gefunden zu sein. Wie sie genau aussieht, soll erst am Montag verkündet werden. Thabo Mbeki, der offiziell vermittelte, erklärte aber, es sei eine Einigung in allen Punkten erzielt worden.

HarareNach wochenlangem zähen Ringen haben die Konfliktparteien in Simbabwe am Donnerstagabend eine Einigung über eine Machtaufteilung zwischen Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai erzielt. Sowohl Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) wie auch der offizielle Vermittler, Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, bestätigten den seit Tagen erhofften Durchbruch in dem südafrikanischen Krisenstaat.

Einzelheiten nannten sie jedoch nicht. Mbeki erklärte, sie würden am kommenden Montag um 10 Uhr bei einer feierlichen Unterzeichnungszeremonie in der Hauptstadt Harare präsentiert werden. Dazu würden auch Würdenträger des Kontinents erwartet. "Dieses Abkommen wurde von den Simbabwern selbst erzielt, und der Rest der Welt sollte es respektieren", sagte Mbeki.

Nur repräsentative Aufgaben für Mugabe?

Die Verhandlungen zwischen Mugabes Partei ZANU-PF, der MDC und einer MDC-Splittergruppe waren am Montag nach mehr als zweiwöchigem Stillstand wieder aufgenommen worden. Am Donnerstag hatten sich Mugabe, Tsvangirai und der Anführer der MDC-Splittergruppe, Arthur Mutambara, in einem Hotel in der Hauptstadt Harare getroffen. Alle Konfliktparteien hätten das Abkommen über eine Koalitionsregierung ohne Vorbehalte akzeptiert. "Es ist eine Einigung in allen Punkten auf der Agenda erzielt worden", sagte Mbeki in der Hauptstadt Harare.

Nun gelte es, nach vorne zu blicken und dem Land beim Wiederaufbau zu helfen. Dazu werde die internationale Öffentlichkeit aufgerufen, dem krisengeschüttelte Land zu helfen. Der einstige afrikanische Modellstaat leidet heute unter Massenarmut, Hyperinflation und chronischem Mangel.

Die MDC erkennt Mugabes Wiederwahl bei einer umstrittenen Stichwahl mit ihm als einzigem Kandidaten Ende Juni nicht an. Einer der Hauptstreitpunkte bei den bisherigen Verhandlungen war die Frage, welche Rolle Mugabe künftig spielen wird. Im Gespräch war eine Lösung, bei der Tsvangirai Regierungschef werden sollte und der 84-jährige Mugabe zwar Präsident bliebe, aber das Amt im wesentlichen auf repräsentative Aufgaben beschränkt wäre. (nis/dpa/AFP)

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