Simbabwe : Machtteilung soll aus der Krise helfen

Vor dem Hintergrund der festgefahrenen Verhandlungen über eine Machtteilung in Simbabwe ist der Gipfel der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) eröffnet worden. Staatschef Mugabe und Oppositionist Tsvangirai nehmen am Treffen teil - die Anwesenheit Mugabes ist dabei allerdings sehr zum Missfallen der SADC-Mitglieder.

JohannesburgDie für Fragen der Sicherheit zuständige Troika aus Angola, Swasiland und Tansania wolle während des Treffens in Johannesburg einen Vertrag über die Machtteilung zwischen Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai erreichen, sagte ein Vertreter der Dreiergruppe. Mit einer Regierung der nationalen Einheit soll Simbabwe aus einer monatelangen politischen Krise geführt werden, in der sich das Land seit dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen im März befindet.

Sowohl Mugabe als auch Tsvangirai nehmen an dem SADC-Gipfel teil. Während der Präsident mit den anderen südafrikanischen Staatschefs in den Saal schritt, saß dessen Erzrivale Tsvangirai in der ersten Reihe der geladenen Gäste. Anders als beim vorherigen Gipfeltreffen erhielt Mugabe diesmal keinen Applaus. Seine Teilnahme ist unter den anderen SADC-Mitgliedern umstritten.

Mugabe in vom Westen kritisierter Stichwahl wieder gewählt

Vor dem Gipfel waren Mugabe und Tsvangirai nach einem Bericht der staatlichen simbabwischen Zeitung "Herald" zu getrennten Gesprächen mit Südafrikas Präsident Thabo Mbeki zusammengetroffen, der in der Krise vermittelt. Ein Sprecher des Oppositionsführers widersprach jedoch dieser Darstellung. Er glaube nicht, dass Tsvangirai sich mit Mbeki getroffen habe, sagte George Sibotshiwe.

Der seit 1980 amtierende Mugabe hatte sich in einer vom Westen als "Farce" kritisierten Stichwahl wiederwählen lassen. Tsvangirai war wegen zunehmender Gewalt gegen seine Anhänger dabei nicht angetreten. Den ersten Durchgang hatte er Ende März für sich entschieden, die nötige absolute Mehrheit aber verfehlt. (AFP/saw)

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