Simbabwe : Ministerpräsident Tsvangirai bei Unfall verletzt

Simbabwes Ministerpräsident Tsvangirai ist in einen Autounfall verwickelt und schwer verletzt worden. Seine Frau kam bei dem Unfall ums Leben. Das Fahrzeug hatte sich nach einer Kollision mit einem Lastwagen mehrmals überschlagen.

Tsvangirai
Morgan Tsvangirai -Foto: AFP

HarareDrei Wochen nach seinem Amtsantritt ist der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai bei einem Autounfall am Freitag schwer verletzt worden, seine Frau Susan kam ums Leben. Das teilte ein Sprecher von Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Eddie Cross, in der Hauptstadt Harare mit. "Morgan hat schwere Prellungen und Schnittverletzungen erlitten, aber ich muss zu meinem Bedauern sagen, dass Susan gestorben ist", sagte Cross. Der Ministerpräsident wurde in einem Krankenhaus in Harare behandelt.

Mitglieder von Tsvangirais Partei berichteten, das Krankenhaus sei von der Polizei umstellt. Zahlreiche Regierungsmitglieder gingen ein und aus. Auch Präsident Robert Mugabe besuchte dort am Abend mit seiner Frau Grace seinen langjährigen Widersacher.

Das seit 1978 verheiratete Ehepaar Tsvangirai war auf der Straße zwischen Harare und Masvingo zu einer Kundgebung ihrer Partei in ihren Heimatort Buhera unterwegs. Rund 60 Kilometer außerhalb der Hauptstadt stieß ihr von zwei Sicherheitswagen begleiteter Geländewagen dann mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammen. Nach anderen Darstellungen wurde ihr Wagen vom ausscherenden Anhänger des Lastwagens getroffen. Tsvangirai und seine Frau - die öffentlich nur selten in Erscheinung trat - haben gemeinsam sechs Kinder.

Spekulationen über Attentat

Da Mugabe und Tsvangirai über viele Jahre Rivalen waren, führte die Nachricht vom dem Unfall im Simbabwe vielfach zu Spekulationen über ein mögliches Attentat. "Das ist die große Frage", sagte Cross. "Wir werden abwarten. Die MDC werde bei der Klärung des Unfallhergangs auf umfangreiche Ermittlungen sowie absolute Transparenz bestehen.

MDC-Anhänger wiesen darauf hin, dass auch in der Vergangenheit wiederholt Mugabe-Gegner in Unfällen mit Lastwagen getötet worden waren. Der langjährige Oppositionsführer habe vor diesem Hintergrund seinen neuen Dienst-Mercedes stets verschmäht und darauf bestanden, ein Fahrzeug seiner Partei zu benutzen. Ein Ermittlerteam, das Fotos am Unfallort machte und einen platten linken Vorderreifen an Tsvangirais Geländewagen entdeckte, wurde nach MDC-Angaben von der Polizei festgenommen, ihre Kameras wurden beschlagnahmt.

Tsvangirai hatte nach monatelangen Verhandlungen einer Regierung der nationalen Einheit mit der ZANU(PF)-Partei von Präsident Mugabe zugestimmt und war erst vor drei Wochen vereidigt worden. Der seit fast 30 Jahren zunehmend autokratisch regierende Mugabe hatte jedoch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er weiterhin die Macht in der Hand hält. Simbabwe befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte mit Massenarmut und Hyperinflation. Der Kollaps des öffentlichen Dienstes hat den Ausbruch einer Cholera-Epidemie begünstigt. Bisher sind daran rund 4000 Menschen gestorben, gut 88.000 sind erkrankt. (küs/dpa)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar