Simbabwe : Mugabe verliert die Wahl

Die Opposition hatte sich schon lange zum Wahlsieger erklärt - jetzt ist es offiziell: Vier Tage nach dem Urnengang in Simbabwe bestätigt auch die nationale Wahlkommission den Mehrheitsverlust für die Regierungspartei von Robert Mugabe.

Mugabe
Geht er oder bleibt er? Simbabwes autokratischer Präsident Robert Mugabe. -Foto: dpa

HarareDie Regierungspartei ZANU-PF hat bei den Wahlen in Simbabwe nach amtlichen Angaben ihre Parlamentsmehrheit eingebüßt. Das teilte die nationale Wahlkommission am Mittwoch, vier Tage nach dem Urnengang mit.

Wie geht es nun weiter in Simbabwe? Vor allem aus den USA wird der Ruf nach einem Regierungswechsel immer lauter: "Es ist klar, dass das Volk von Simbabwe für den Wandel gestimmt hat", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Gordon Johndroe.

Nach letzten Ergebnissen kam die Regierungspartei ZANU-PF auf 86 Sitze, die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai auf 85 und die MDC-Splitterpartei von Arthur Mutambara auf fünf Sitze.

Auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Harare hatte sich die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) zum Wahlsieger erklärt. MDC-Generalsekretär Tendai Biti sagte: "(MDC-Chef) Morgan Tsvangirai hat die Wahl gewonnen." Er sei der nächste Präsident Simbabwes. Biti berief sich auf die Auszählung der bisher veröffentlichten Einzelergebnisse der Wahllokale. Die Parallel-Auszählung fand unabhängig von der offiziellen Wahlkommission statt.

Staatliche Zeitung: Stichwahl steht bevor

Noch kurz zuvor hatten staatlichen Medien berichtet, Simbabwe stehe vor einer Stichwahl: Die Ergebnistrends zeigten, dass bei der Präsidentschaftswahl weder Amtsinhaber Mugabe noch Oppositionsführer Morgan Tsvangirai die nötige Mehrheit von mehr als 50 Prozent erhalten hätten, berichtete die Zeitung "The Herald". Das Blatt gilt als offizielles Sprachrohr der Regierung. Mugabe war bei der Wahl am Samstag zu einer sechsten Amtszeit angetreten. Die Opposition befürchtete angesichts der schleppenden Stimmenauszählung Wahlbetrug. (ck/dpa/AFP)

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