Simbabwe : Mugabe will sich Präsidenten-Stichwahl stellen

Gibt es im Konflikt in Simbabwe Bewegung? Bei den Parlamentswahlen hat die Partei des umstrittenen Amtsinhabers Robert Mugabe definitiv verloren. Jetzt lässt er durchblicken, dass er an einer Präsidenten-Stichwahl teilnehmen würde.

HarareSimbabwes Präsident Robert Mugabe will sich einer möglichen Stichwahl gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel stellen. Das Politbüro seiner regierenden Zanu-PF habe Mugabe auf einer Krisensitzung am Freitag nominiert, berichtete Simbabwes Vize-Informationsminister Bright Matonga dem britischen Sender BBC. Die Stichwahl wird nötig, sollte keiner der Kandidaten bei der Präsidentenwahl am vergangenen Wochenende die nötige Mehrheit von mehr als 50 Prozent erreichen.

Offizielle Ergebnisse der Wahl gibt es bisher nicht. Matonga erklärte, er wolle nichts vorwegnehmen, doch seine Partei sei bereit für eine Stichwahl. Unklar bleibt, wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist. "Das wird weiter gehen, bis es komplett ist", meinte Matonga unbestimmt. Seine Partei werde alle Reserven mobilisieren. "Wir sind bereit, Simbabwe zu verteidigen", betonte er. Obwohl er erklärte, dass Zanu-PF nicht für Gewalt sei, machten die wegen ihrer Brutalität gefürchteten Veteranen-Verbände mobil. Zuvor war nur bekannt geworden, dass sich die Zanu-PF und die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) nach Auszählung von 10 Wahlkreisen jeweils fünf der insgesamt 60 Sitze teilen.

Angst vor einer Eskalation

Sie nährten die Furcht vor dem Einsatz von Gewalt durch das regierende Regime. "Wir halten alle den Atem an", sagte der Generalsekretär der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Tendai Biti. "Ich denke, sie bereiten sich auf Krieg vor." Als Hinweise auf eine mögliche Eskalation wurden auch Razzien in Büros der Opposition und die Festnahme westlicher Journalisten am Donnerstagabend gewertet.

Biti rief die internationale Gemeinschaft auf, jetzt aufmerksam weiter die Entwicklung zu verfolgen, um massive Manipulationen oder Einschüchterungen verhindern zu helfen. Seine MDC beantragte nach Rundfunkangaben eine einstweilige Verfügung für eine umgehende Bekanntgabe der Präsidentenwahl-Ergebnisse. Während die weltweite Verurteilung der schleppenden Stimmenauszählung anhielt, betonte ein Sprecher der Veteranen: "Die Wahl wird von uns als Weg gesehen, die Invasion unseres Landes durch die Weißen wieder möglich zu machen."

Die Abstimmung sei "unter den gegebenen Umständen" eine Provokation. "Wir sehen uns gezwungen, unsere Souveränität zu verteidigen", sagte Veteranen-Verbandssprecher Jabulani Sibanda. Sie waren an der Vertreibung tausender weißer Farmer während der chaotisch verlaufenen Landreform Simbabwes beteiligt. Rund 400 Veteranen marschierten am Freitag durch das Zentrum der Hauptstadt Harare.

Noch immer kein klares Ergebnis

Die Ankündigung fällt in eine Zeit höchster Unsicherheit und Anspannung in Simbabwe. Ein amtliches Endergebnis sowohl der Wahl für das Präsidentenamt wie auch den Senat stand bis zum Abend weiter aus. Zuvor war nur bekannt geworden, dass sich die Zanu-PF und die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) nach Auszählung von 10 Wahlkreisen jeweils fünf der insgesamt 60 Sitze teilen.

Bei der mehrstündigen Krisensitzung des Zanu-PF-Politbüros ging es auch um die Parlamentswahl, bei der die Zanu-PF erstmals seit der Unabhängigkeit des Landes 1980 verloren hatte. Die MDC von Morgan Tsvangirai und deren Splitterfraktion von Arthur Mutambara halten nun die Mehrheit und wollen künftig politisch eng zusammenrücken.

Offiziell: Mugabes Partei verliert Parlamentswahl

Die Partei des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl bestritten. Die Partei werde eine Neuauszählung der Stimmen in "16 oder mehr" Wahlbezirken fordern, kündigte ein Sprecher der Zanu-PF am Freitag nach einer Krisensitzung der Parteiführung in Harare an.

Am Vortag hatte die staatliche Wahlkommission den Sieg der oppositionellen Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) bei der Parlamentswahl bekanntgegeben. Danach erhielt die Partei von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai 109 der 210 Sitze, Mugabes Zanu-PF kam auf 97 Sitze. (mhz/dpa/AFP)

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