Simbabwe : Tsvangirai sucht Schutz in Botschaft

Nachdem Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai seine Teilnahme an der Stichwahl um das Präsidentenamt zurück gezogen hat, muss er offenbar um sein Leben bangen. Er floh zunächst in die niederländische Botschaft.

Tsvangirai
Morgan Tsvangirai: Simbabwes Oppositionsführer wird im eigenen Land verfolgt. -Foto: AFP

Amsterdam/Johannesburg/HarareSimbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hat aus Sorge um seine Sicherheit Zuflucht in der niederländischen Botschaft in Harare gesucht. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen sagte am Montag, Tsvangirai befinde sich seit dem Vortag in der Vertretung seines Landes. "Er hat vorübergehend Zuflucht bei uns gesucht, um seine persönliche Sicherheit zu gewährleisten", sagte Verhagen der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Tsvangirai überlege, wie er nun weiter vorgehen solle, sagte der Minister.

Unterdessen stürmte die Polizei in Harare die Zentrale der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC). Augenzeugen berichteten, bis zu 100 Polizisten seien eingedrungen. Der Grund für die Razzia war zunächst unklar. Tsvangirai hatte am Wochenende angekündigt, er werde bei der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen Amtsinhaber Robert Mugabe nicht antreten. Als Grund nannte er die Welle der Gewalt und Einschüchterung durch die Staatsmacht, bei der nach Oppositionsangaben mehr als 80 Menschen getötet worden sind. Amtsinhaber Mugabe hält ungeachtet des Rückzugs seines Herausforderers sowie internationaler Kritik weiterhin an der für Freitag geplanten Wahl fest. (ut/dpa)

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