Politik : Sinn Fein schließt sieben Mitglieder aus

Martin Alioth

Dublin - Die nordirische Partei Sinn Fein, der politische Arm der irisch-katholischen Untergrundarmee IRA, hat sieben Mitglieder wegen einer möglichen Verwicklung in einen Mord vorübergehend ausgeschlossen. Sollte sich der Verdacht gegen sie bestätigen, würden sie ganz ausgeschlossen, kündigte Sinn-FeinPräsident Gerry Adams am Donnerstagabend vor Beginn des Jahresparteitages in Dublin an. Die sieben werden verdächtigt, an der Ermordung des Familienvaters Robert McCartney in Belfast beteiligt gewesen zu sein.

Am Wochenende hatte schon die IRA drei ihrer Mitglieder wegen desselben Verdachts ausgeschlossen. Sinn Fein ist in Bedrängnis, weil die fünf Schwestern des Ermordeten eine Revolte an der Parteibasis gegen die Mafia-Methoden der IRA ausgelöst haben. Der 33-jährige McCartney war am 30. Januar in einer Bar in der Belfaster Innenstadt erstochen worden. Die verantwortlichen IRA-Täter beseitigten Spuren und schüchterten Zeugen ein. McCartneys Schwestern verlangen seither die Überführung der Täter und einen rechtsstaatlichen Prozess.

Sinn Fein steht ohnehin am Pranger, weil die IRA für den Bankraub in Belfast im Dezember verantwortlich gemacht wird, bei dem umgerechnet 38 Millionen Euro geraubt wurden. Im Februar hob die irische Polizei einen Geldwäscherring aus, hinter dem ebenfalls die IRA stehen soll. Seither haben Irlands Parteien Sinn Fein ultimativ aufgefordert, die Kriminalität in ihren Reihen auszumerzen, bevor neue politische Verhandlungen im Friedensprozess denkbar seien. Meinungsumfragen in der Republik Irland zeigen, dass das Ansehen von Adams deutlich eingebrochen ist.

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