Politik : Sinti und Roma rügen Ministerin Haderthauer

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Berlin - Die Roma-Bildungsinitiative Romnokher hat Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer wegen diskriminierender Sprache kritisiert. Die CSU-Politikerin hatte in einer TV-Diskussion gesagt, Leiharbeiter seien schließlich nicht alle „fahrende Zigeuner“. Problematisch, so teilte Romnokher mit, sei aber nicht allein Haderthauers Äußerung, sondern dass sie im ZDF, einem öffentlich-rechtlichen Sender, unwidersprochen geblieben sei. Auch die anderen Politiker in der Sendung „Wie geht’s Deutschland?“ am Mittwochabend, Rainer Brüderle (FDP), Ursula von der Leyen (CDU), Sigmar Gabriel (SPD), Gregor Gysi (Linke) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne), hätten nicht reagiert. Romnokher engagiert sich vor allem gegen Antiziganismus und legte 2012 Jahr eine Studie zur Verbreitung und gesellschaftlichen Rolle des Zigeuner-Vorurteils in Deutschland vor, die an den Menschenrechtsausschuss des Bundestags ging. Die Mehrheit der Sinti und Roma lehnt das Wort Zigeuner als diskriminierend ab. Ihre angebliche Nichtsesshaftigkeit – „Fahrende“ – ist Teil des Vorurteils; die weit überwiegende Mehrheit von ihnen ist sesshaft. Ablehnung und Hass gegen Roma – die europaweit übliche Bezeichnung – sind noch weitverbreitet: Umfragen zufolge halten 44 Prozent der Deutschen sie für kriminell, 64 Prozent wollen sie nicht als Nachbarn, ein weit höherer Wert als für alle anderen Minderheiten. Andrea Dernbach

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