Skiunfall : Althaus drohen Millionen an Schadenersatzforderungen

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ist genesen und nach Angaben aus der CDU wieder "voll auf der Höhe des Geschehens". Wegen des Skiunfalls, bei dem die 41-jährige Beata C. tödlich verletzt wurde, stehen ihm hohe Schadenersatzforderungen bevor.

Althaus
Ministerpräsident Dieter Althaus (Archivbild von April 2008). -Foto: dpa

BerlinDer bei einem Skiunfall schwer verletzte Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) soll offenbar nach Ostern auf die politische Bühne zurückkehren. Da seine Genesung in einer Reha-Klinik am Bodensee gut voranschreite, könne Althaus Ende des Monats nach Hause ins thüringische Eichsfeld verlegt und ambulant weiterbetreut werden, berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Samstag unter Berufung auf das Umfeld der Thüringer Staatskanzlei. Eine Rückkehr auf die politische Bühne sähen enge Weggefährten nach Ostern als wahrscheinlich an.

CDU-Fraktionschef Mike Mohring, Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) und Althaus' Staatssekretär Hermann Binkert hätten mehrfach mit dem unter den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas leidenden Politiker gesprochen. Nach ihrer Einschätzung sei Althaus voll auf der Höhe des Geschehens und mische sich bereits in das politische Tagesgeschäft ein. Ausfallerscheinungen seien nicht mehr erkennbar. Das Thüringer Wirtschaftsministerium habe inzwischen eine Einladung für eine Zukunftskonferenz am 28. April 2009 in Erfurt drucken lassen, in der Althaus neben Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) als Redner angekündigt wird.

Althaus noch nicht in Regierungsgeschäfte eingebunden

Der Thüringer Regierungssprecher Fried Dahmen sagte dem Münchner Magazin "Focus" allerdings, Althaus werde trotz seiner angekündigten Spitzenkandidatur vorerst nicht in die Regierungsgeschäfte eingebunden. "Herr Althaus hat keine Kabinettsunterlagen in seinem Krankenzimmer," sagte Dahmen. Auch eine telefonische Zuschaltung von Althaus bei Kabinettssitzungen sei "kein Thema."

Althaus drohen unterdessen Schadenersatzforderungen bis zur Millionenhöhe. Weil die bei dem Skiunfall am Neujahrstag ums Leben gekommene Frau recht gut verdient habe und ein einjähriges Kind hinterlasse, könnten sich die Forderungen nach Expertenansicht bis auf einen hohen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Betrag addieren, berichtete der "Spiegel".

Höhe der Schadensersatzforderungen noch nicht bekannt

"Wir haben noch nicht zusammengerechnet und außerdem Stillschweigen über die Summe vereinbart", sagte dazu der Anwalt des Ehemannes der Verstorbenen, Alexander Rehrl. Das von einem österreichischen Gericht verhängte Urteil einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung von insgesamt 33. 300 Euro ist seit Freitag rechtskräftig.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla warnte die anderen Parteien davor, das Urteil gegen Althaus politisch auszunutzen. Fahrlässigkeitstaten könnten jedem passieren, sagte er der "Berliner Zeitung" vom Samstag. "Daraus darf man keine politische Ableitung vornehmen." Jetzt hofften alle, dass Althaus bald wieder richtig gesund werde. "Seine Ankündigung, dass er als Spitzenkandidat antritt, macht uns Mut", sagte Pofalla. Althaus habe die Unterstützung der ganzen CDU. (ut/AFP)

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