Skiunfall : Entscheidung über Strafantrag erst nach Befragung von Althaus

Leoben/Erfurt - Nach Ansicht des Sprechers der Staatsanwaltschaft Leoben, Walter Ploebst, liegen nach dem Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) derzeit keine Anhaltspunkte für den Tatbestand der „fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen“ vor. So hätte Althaus bei Alkoholisierung oder überhöhter Geschwindigkeit eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren gedroht. Dies sei aber nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen auszuschließen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter wegen des Tatbestands der fahrlässigen Tötung. In diesem Fall müsse Althaus eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr befürchten. Ob ein Strafantrag gestellt werde, stehe aber noch nicht fest, betonte Ploebst. Der Regierungschef müsse zunächst befragt werden. Der „Spiegel“ hatte am Wochenende berichtet, aus dem Gutachten gehe hervor, dass das Unglück am Neujahrstag in Österreich, bei dem eine 41-jährige Frau ums Leben kam, Folge eines Fahrfehlers von Althaus war.

Nach Ansicht des thüringischen CDU- Fraktionschefs Mike Mohring muss Althaus spätestens in der heißen Phase des Landtagswahlkampfs wieder „100 Prozent einsatzfähig“ sein. „Nach der Sommerpause muss er da sein. Dann geht unser Wahlkampf los“, betonte Mohring im „Hamburger Abendblatt“. Zugleich befürchtete Mohring, dass Althaus nach seiner Rückkehr unter besonderer Beobachtung der Opposition stehen werde und keine Schwäche zeigen dürfe. „Man wird auf jede Regung bei ihm achten. Jedes ,Äh’ wird man als Nachwirkung des Unfalls deuten.“ Prägen werde der Unfall den Ministerpräsidenten auf alle Fälle. ddp

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