Politik : So groß wie Frankreich

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Der Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur eskalierte Anfang 2003. Zwei Rebellenbewegungen forderten die Gleichberechtigung der nichtarabischen Stämme und sagten der arabisch dominierten Regierung in Khartum den Kampf an. Diese bewaffnete die arabischen Dschandschawid-Milizen zur Unterdrückung der Rebellen und bombardierte zivile Ziele. Es kam zu Vergewaltigungen und Morden an der Zivilbevölkerung durch Armee und Reiter der Dschandschawid. Hunderte Dörfer wurden geplündert und niedergebrannt. Mindestens 200 000 Menschen flüchteten damals in den benachbarten Tschad.

Der UN-Sicherheitsrat forderte in mehreren Resolutionen die Entwaffnung der Milizen. Seit April 2004 gilt ein Waffenstillstand , der von Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) überwacht wird. Trotzdem geht die Regierung immer wieder gegen die Rebellen vor. Im September 2004 drohte der Sicherheitsrat in New York der Regierung in Khartum mit Sanktionen gegen die lukrative Ölindustrie Sudans. Allerdings blockieren China und Russland handfeste Strafmaßnahmen. Darfur ist etwa so groß wie Frankreich. Vor Vertreibungen und Massakern lebten in dem Gebiet an der Grenze zu Tschad etwa drei Millionen Menschen. Nach erfolgreichen Bohrungen im Süden Darfurs wird der Konflikt durch Erdölinteressen noch weiter angeheizt. Die amerikanische Regierung bezeichnete das Blutvergießen in Darfur mehrfach als Völkermord. dpa

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