Politik : So individuell

Antje Sirleschtov

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Na bitte! Das nennen wir eine prompte Reaktion auf die Anschuldigungen des politischen Gegners. Gerade noch erging sich die Koalition im Bundestag in Beschimpfungen, von der Opposition sei außer Blockade weit und breit nichts Konstruktives in Sachen Reform zu hören. Und das werde sich wohl auch nicht ändern, bis Edmund Stoiber in Bayern am 21. September den Beweis dafür erbracht hat, dass es südwärts des Frankenlandes außer seiner CSU nur Unbedeutendes gibt. Und schon reagieren die konservativen Volksparteien mit dem „C“ im Namen mit einer innovativen Kampagne. Um nicht zu sagen, mit einer hypermodernen und rasend schnellen: Sie verändern ihr Internetangebot.

Na gut, das an sich ist noch keineswegs spannend. Schließlich ist es ja am Beginn des Reformherbsts wirklich wurscht, ob die CDU-Chefin nun im roten oder grünen Kostüm vom PC-Bildschirm lacht. Bemerkenswert an der Web-Revolution der Union allerdings ist das angekündigte Angebot, jeder Nutzer könne den Internetauftritt in Zukunft seinen ganz persönlichen Bedürfnissen anpassen. Ja, wirklich, die Union wird nicht nur „übersichtlicher und informativer“. Sie wird auch „persönlicher“. Und das verheißt ganz neue Möglichkeiten. Für uns und für den Reformherbst und für Deutschland sowieso. Man stelle sich vor: einfach persönliche Fragen stellen, etwa nach dem nächsten Kanzlerkandidaten oder der Position der CDU zur Nullrunde für Renter. Und dann, schwupps, die Antwort einfach per Klick auf den Bildschirm ziehen. Einfach toll! Wann’s losgeht? Nicht erst am 22. September. Nein, persönliche Fragen werden schon ab Freitag beantwortet.

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