Politik : Solana: Deutsche müssen in Afghanistan bleiben

Berlin - EU-Chefdiplomat Javier Solana ist gegen einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan nach dem Tod von drei deutschen Soldaten bei einem Selbstmordanschlag. „Nach den jüngsten Todesfällen gilt unser tiefes Mitgefühl in der EU natürlich Deutschland“, sagte Solana der „Bild am Sonntag“. „Aber ein Abzug von Soldaten wäre nicht die richtige Antwort.“ Deutschlands Beitrag sei in Afghanistan unverzichtbar. Bei einem Selbstmordanschlag der radikalislamischen Taliban im nordafghanischen Kundus waren am 19. Mai fünf afghanische Zivilisten und drei Bundeswehrsoldaten getötet worden. Fünf deutsche Soldaten wurden verletzt.

Auf der Flucht vor Soldaten sind im Süden Afghanistans 60 mutmaßliche Talibankämpfer bei der Überquerung eines Flusses ertrunken. Das Boot mit den Kämpfern sei am Freitag in der Provinz Helmand gekentert, hieß es nach Angaben des Verteidigungsministeriums. Ein Sprecher der Taliban wies das als „Lüge“ zurück. Bei einem Überfall der Taliban auf das Haus eines Militärkommandeurs in der Provinz Ghasni starben fünf Menschen, wie der Gouverneur der Provinz bekannt gab. Das afghanische Militär und die Koalitionstruppen leiteten nach eigenen Angaben in den Provinzen Kandahar und Ghasni neue Offensiven gegen die radikalislamischen Rebellen ein. dpa

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