Politik : Soldaten bei Priestersuche getötet und enthauptet

Manila - Auf der südphilippinischen Insel Basilan sind bei einem Gefecht 14 Soldaten getötet und zehn von ihnen enthauptet worden. „Die Täter waren eine gemischte Truppe aus MILF, Abu Sayyaf und gesetzlosen Elementen“, sagte General Ramiro Alivio. Der Sprecher der Unabhängigkeitsbewegung „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF), Eid Kabalu, bestätigte, dass seine Rebellen an der Schießerei beteiligt waren. Vier von ihnen seien ebenfalls getötet worden. Gleichzeitig stritt Kabalu Schuld an dem Blutbad und Kontakte zur islamischen Extremistengruppe Abu Sayyaf ab. Die Soldaten waren auf der Suche nach Giancarlo Bossi, einem Priester aus Italien, der vor einem Monat nahe der südphilippinischen Stadt Zamboanga verschleppt worden war.

Im Süden der überwiegend katholischen Philippinen lebt die islamische Minderheit des südostasiatischen Inselstaates. Seit Jahrzehnten bekämpfen sich Rebellen und Soldaten. MILF und Regierung vereinbarten 2003 einen Waffenstillstand, der bislang gehalten hatte. Kämpfe zwischen Armee und Abu Sayyaf sind dagegen üblich. Laut Militär lagen Geheimdienstinformationen vor, nach denen Bossi auf Basilan gefangen gehalten wird.

Auf der Insel, die vor der Hafenstadt Zamboanga liegt, suchten ihn am Dienstag 80 Soldaten vergeblich. „Unsere Truppen kamen auf dem Rückweg zur Kaserne mit ihren Lkw im Schlamm nur langsam voran. Plötzlich hagelte es Schüsse. Es war eine tückische Attacke“, sagte General Alivio. Etwa 300 Bewaffnete hätten angegriffen. MILF-Sprecher Kabalu gab den Soldaten die Schuld: „Es kam zu dem Feuergefecht, weil sie in unser Gebiet eindrangen, ohne dies mit der MILF-Führung abzusprechen, was in der Waffenstillstands-Vereinbarung verabredet ist. Unsere Kräfte waren alarmiert und mussten ihre Position verteidigen.“ Leichen seien von „unbekannten Gruppen“ enthauptet worden. „Und mit der Bossi-Entführung haben wir nichts zu tun“, sagte Kabalu. Das Schicksal des Priesters ist weiter ungewiss. Die MILF ist in der Vergangenheit nicht durch Entführungen oder Enthauptungen aufgefallen. mkb

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben