Politik : Soldaten starben 2005 durch Attentat

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Berlin - Der Tod zweier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan vor anderthalb Jahren wurde offenbar durch einen Anschlag verursacht. Die Explosion im nordafghanischen Rustak im Juni 2005 sei „mit sehr großer Wahrscheinlichkeit“ fremdverschuldet gewesen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes hätten ergeben, dass eine präparierte 107-Milimeter-Rakete beim Verladen explodiert sei. Bei dem Unglück waren neben zwei deutschen Soldaten auch sechs afghanische Zivilisten gestorben. Die Zeit der Explosion sei bewusst gewählt worden.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte unter Berufung auf einen Untersuchungsbericht des Verteidigungsministeriums berichtet, die Explosion hänge möglicherweise mit der Entwaffnung des örtlichen Warlord Piram Qul zusammen. Weil Qul sich nicht an einen landesweiten Entwaffnungsplan gehalten habe, habe das von der Bundeswehr geführte Wiederaufbauteam den Druck auf ihn verstärkt. Der Sprecher bestätigte, dass unter den Waffen, die Qul abgeliefert habe, eine 107-Millimeter-Rakete gewesen sei.

Die Entsendung von sechs Aufklärungstornados der Bundeswehr nach Afghanistan soll nun doch vom Bundestag und nicht nur mit einem Kabinettsbeschluss entschieden werden. Das wurde bei einer Parlamentsdebatte deutlich, in der alle Fraktionen ein neues Mandat einforderten. Die Prüfung des Einsatzes läuft noch. Die „Recce-Tornados“ sollen zur Luftraumüberwachung überall in Afghanistan eingesetzt werden, also auch im hart umkämpften Süden. Die Regierung will vor der Entscheidung die Nato-Beratungen am 26. Januar abwarten. Während Grüne und FDP ihre Haltung offen ließen, kündigte die Linksfraktion ihre Ablehnung an. Der holländische Isaf-Kommandant Ton van Loon sieht die Lage in Afghanistan zuversichtlich. Ihm unterstehen seit November 11 000 britische, kanadische und niederländische Soldaten in den sechs südlichen Provinzen. Die Afghanen würden sich zunehmend an der humanitären Hilfe sowie am harten Auftreten gegenüber den Taliban beteiligen, berichtete er in Den Haag. ddp/R.B.

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