Politik : Soldaten und Zivilisten üben gemeinsam

Sarah Kramer

Berlin - Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg bindet diesen Sommer erstmals Zivilisten in die militärische Generalstabsausbildung ein. Bei dem zweiwöchigen Pilotprojekt Ende August konzipieren rund 40 zivile Teilnehmer und 80 Offiziere gemeinsam eine fiktive Friedensmission der Vereinten Nationen (UN). Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter verschiedener Bundesministerien und entwicklungspolitischer Institutionen. So wollen unter anderen das Bundesinnenministerium, das Auswärtige Amt und das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Teilnehmer nach Hamburg entsenden. Zudem werden die UN mit Logistikern und Zivilpolizisten sowie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, das Technische Hilfswerk und das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze vertreten sein.

In einem Planspiel geht es darum, ein Gesamtkonzept für einen UN-Friedenseinsatz zu erarbeiten. „Die Teilnehmer müssen lernen, miteinander zu reden“, sagt Ausbildungsleiter Manfred Ertl. Bislang hätten sich die Soldaten an der Führungsakademie in Hamburg im Rahmen ihrer Ausbildung vor allem auf einer strategisch-politischen Ebene mit UN-Friedenseinsätzen befasst, nicht jedoch auf der operativen. „Diese Kenntnisse sind aber enorm wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass die Bundeswehr immer öfter an Missionen der Vereinten Nationen beteiligt ist.“ Die Bundeswehr ist seit 1973 an weltweiten UN-Friedenseinsätzen beteiligt. Sarah Kramer

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