Politik : Soll Schröder für Russland werben?

-

Berlin/Moskau - Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich für die Einrichtung eines deutsch-russischen „Think-Tanks“ zur Verbesserung der strategischen Beziehungen beider Länder eingesetzt. Schröder wies russische Darstellungen zurück, er plane eine deutsche Lobby-Agentur für die russische Wirtschaft. Ein entsprechender Bericht der Moskauer Zeitung „Kommersant“ enthalte eine Reihe falscher Behauptungen, hieß es in einer Erklärung Schröders vom Dienstag.

Schröder hält sich zur Zeit in Russland auf und soll am Donnerstag in Moskau seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Betreibergesellschaft für die Ostsee-Gaspipeline antreten.

„Kommersant“ berichtete unter Berufung auf russische Quellen, Schröder wolle mit einer Lobby-Agentur ein „positives Bild Russlands in den deutschen Medien“ erreichen und Projekte wie die Erdgaspipeline durch die Ostsee unterstützen. Schröder ließ dies dementieren. „Ich habe nicht die Gründung einer PR-Firma oder Werbeagentur vorgeschlagen“, betonte er. Ziel sei ein besseres Verständnis zwischen Deutschen und Russen und der Abbau von Vorurteilen. „Ein solcher gemeinsamer Dialog braucht keinen finanziellen, wohl aber einen engagierten Beitrag aller aufgeklärten Teile der deutschen und russischen Gesellschaft“, hieß es in der Erklärung des Altkanzlers.

Schröder habe seine Lobby-Pläne dem Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, Viktor Iwanow, bei dessen Besuch in Berlin im Februar unterbreitet, schrieb „Kommersant“. Aus Moskau sei der Vorschlag gekommen, die Arbeit durch Spenden russischer Konzerne zu unterstützen, berichtete die Zeitung weiter. Nach den Angaben wolle Schröder den früheren CDU-Verteidigungsminister Volker Rühe als Leiter des „Think-Tanks“ vorschlagen. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben