Somalia : 15 Tote bei Kämpfen in Mogadischu

Bei blutigen Gefechten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bislang mindestens 15 Menschen getötet worden. Auch zwei Reporter eines britischen Senders und einer amerikanischen Nachrichtenagentur wurden ermordet.

MogadischuBei schweren Gefechten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Sonntag mindestens 15 Menschen getötet und weitere 64 verletzt worden. Wie Augenzeugen berichteten, ging über einen Markt ein "Granaten-Feuerwerk" nieder. Zuvor hatten Regierungstruppen zusammen mit äthiopischen Soldaten das Gelände auf der Suche nach Aufständischen gestürmt, die erbitterten Widerstand leisteten.

Insgesamt seien rund 20 Mörsergranaten auf den Bakara-Markt abgefeuert worden. "Überall lagen Menschen auf dem Boden, tot oder verletzt", sagte eine Ladenbesitzerin. "Es kamen immer drei oder vier Granaten auf einmal, wir haben uns hinter Betonwänden versteckt." Unter den Toten war nach Krankenhausangaben auch eine schwangere Frau, mindestens sechs Kinder wurden von Granatsplittern getroffen.

Bewaffnete töten Reporter

Bereits am späten Samstagabend hatte ein unbekannter Bewaffneter einen Reporter des britischen Senders BBC und der amerikanischen Nachrichtenagentur AP in Kismayo 500 Kilometer südlich von Mogadischu getötet. Nach Angaben der Familie handelt es sich um den 26 Jahre alten Nasteh Dahir Farah. Der Unbekannte habe sein Opfer vor einem Internetcafé mit mehreren Schüssen in die Brust niedergestreckt. Zuvor habe Farah Morddrohungen erhalten, berichtete dessen Frau.

Es war den Angaben zufolge der zweite Journalistenmord in Somalia in diesem Jahr. 2007 waren insgesamt acht somalische Reporter umgebracht worden. Der somalische Journalistenverband teilte mit, Reporter seien eine Zielscheibe bewaffneter Gruppen geworden. "Aber wir geben unsere Arbeit wegen dieser Kriminellen nicht auf", sagte ein Sprecher.

In Somalia gibt es seit 1991 keine stabile Regierung mehr. Das derzeitige Übergangskabinett ist seit Anfang 2007 an der Macht. Damals hatten Soldaten der Interimsregierung mit Hilfe äthiopischer Truppen die Union der islamischen Gerichte vertrieben. Islamische Rebellen führen seitdem einen Guerillakrieg in Somalia, der Tausende Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert hat. Hunderttausende flohen vor den Kämpfen aus Mogadischu. Etwa zwei Millionen Menschen leiden in dem afrikanischen Land nach UN-Angaben an Hunger oder Mangelernährung. (jam/dpa)

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