Somalia : Deutsche Marine greift Piraten auf

Die Fregatte "Bremen" hat im Golf von Aden ein mutmaßliches Piratenschiff gestoppt. An Bord waren Waffen und Sprengstoff. Die Besatzung ließ man dennoch laufen.

MogadischuIm Rahmen der Mission "Atalanta" hat die deutsche Fregatte "Bremen" am Mittwoch im Golf von Aden vor Somalia ein mutmaßliches Piratenboot gestellt. An Bord des mit sechs Mann besetzten Schiffes fand man mehrere Sturmgewehre, Sprengköpfe für Panzerabwehrwaffen sowie Sprengstoff. Das teilte die Bundeswehr mit. Die Waffen seien sichergestellt und der Sprengstoff vernichtet worden.

Den Insassen des Bootes konnte jedoch kein konkreter Fall von Piraterie nachgewiesen werden. Deshalb händigte ihnen die deutsche Marine auf Anweisung des EU-Befehlshabers das Boot wieder aus. Sie bekamen gerade so viel Kraftstoff, um damit die somalische Küste zu erreichen, hieß es.

Erst am vergangenen Freitag hatte die "Bremen" im Golf von Aden einen Piratenangriff auf ein türkisches Frachtschiff verhindert.

Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) geht davon aus, dass die Bundeswehr mindestens noch zwei Jahre mit der Anti-Piraten-Mission vor Somalia zu tun haben wird. Der "Passauer Neuen Presse" sagte er, die Bundeswehr sei gefordert, "solange die internationalen Seelinien am Horn von Afrika durch Piraten gefährdet sind". Bisher sei ein Ende nicht abzusehen.

Es könne auf Dauer nicht erfolgreich sein, die Piraten nur auf See vom Kapern abzuhalten, sagte Schmidt. "Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden - und die liegt an Land." In Somalia gebe es "praktisch keine staatliche Autorität". Dieses Problem könne man nur durch Entwicklungshilfe und Polizeiausbildung lösen.

Seit längerer Zeit kommt es gerade in den Küstengebieten vor Somalia immer häufiger zu Übergriffen durch Piraten. Um die Seewege besser zu schützen, beteiligt sich auch die deutsche Marine mit zwei Fregatten, einem Versorgungsschiff und einem Aufklärungsflugzeug an der europäischen Mission "Atalanta".

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, tos

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