Somalia : Elf Tote bei schweren Kämpfen in Mogadischu

Bei heftigen Gefechten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind heute mindestens elf Menschen ums Leben gekommen.

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Nach Angaben von Augenzeugen gingen Regierungskräfte gezielt gegen Extremisten vor, um strategisch wichtige Punkte in der Stadt wie den großen Bakara-Markt zurückzuerobern. Die Bewohner Mogadischus hielten sich in ihren Wohnungen versteckt. Die Regierung sieht nur geringe Chancen für Verhandlungen mit der islamistischen Rebellenbewegung Al-Shabaab. Diese habe kein politisches Programm, zudem kämpften Hunderte ausländische Extremisten in ihren Reihen. Al-Shabaad hat nach US-Angaben enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida.

Bei den Kämpfen kam auch der somalische Journalist Abdirisak Warsameh Mohamed ums Leben. Der Reporter des unabhängigen Rundfunksenders Radio Shabelle wurde von mehreren Schüssen in der Brust getroffen, teilte ein Sprecher des Senders mit. Seine Leiche lag fast eine Stunde auf der Straße, weil die kämpfenden Milizen jeden beschossen, der den Toten zu bergen versuchte.

Die vor knapp zwei Wochen wieder aufgeflammten Kämpfe in Somalia sind die heftigsten seit Monaten. Den Vereinten Nationen zufolge sind seitdem allein aus Mogadischu 45.000 Menschen geflüchtet. Al-Shabaab und die gemäßigte islamische Regierung kämpfen seit Anfang 2007 um die Kontrolle über die Hauptstadt und den Süden des Landes. Seitdem kamen mindestens 17.000 Zivilisten ums Leben. Mehr als eine Million Menschen wurden in die Flucht getrieben. Drei Millionen Somalier sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen.

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